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Lunar Aurora # Seelenfeuer

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Lunar Aurora scheinen recht schnell begriffen zu haben, dass sie nie zum Liebling der deutschen Metalpresse avancieren w├╝rden und machten fortan aus ihrer Sonderstellung keinen Hehl mehr. W├Ąren der selbstbescheinigten Nonkonformit├Ąt auch entsprechende musikalische Glanztaten gefolgt, dann h├Ątte ich das nur zu begr├╝├čen gewusst. Davon kann in Bezug auf 'Seelenfeuer', dem zweiten Album der Bayern, jedoch keine Rede sein.
Die Spielzeit von mehr als einer Dreiviertelstunde verteilt sich auf gerade mal f├╝nf Songs, was das gr├Â├čte Manko der Scheibe bereits erahnen l├Ąsst: Die St├╝cke sind zu lang, zu ausufernd, zu vollgepackt. Selbst 'Augen aus Nichts', mit 'nur' sieben Minuten eines der k├╝rzeren Lieder, entbehrt dabei eines klar differenzierten Aufbaus, eines roten Fadens, schlicht allem, was den H├Ârer bei Laune halten k├Ânnte. Durch die vielen, pl├Âtzlichen, teilweise unpassend gesetzten Breaks wird die Musik unberechenbar, wirkt konstruiert.
Der zweite Kritikpunkt sind die Keyboards, die einfach nur billig klingen. Dieses Geigengeflirre soll wohl eine unheimliche Atmosph├Ąre erschaffen; bei mir ruft es jedenfalls keine Regung hervor. Zudem gibt es keinerlei Korrespondenz zwischen Gitarren und Keyboards, beide scheinen nur getrennt voneinander agieren zu k├Ânnen. Harmonien oder Verflechtungen der Melodielinien kommen nicht zustande. Die Rhythmusfraktion wei├č dagegen meist nichts besseres mit sich anzufangen, als einen Blastbeat an den anderen zu reihen. Sie wird - wie so oft - mit dem Einsetzen des Keyboards zu einer Art Metronom degradiert, welches lediglich f├╝r ein wummerndes Klangpolster zu sorgen hat. Die Band versucht, komplexe Musik zu schreiben, erkennt dabei aber nicht, dass sich diese Komplexit├Ąt langsam in den Liedern entwickeln muss, dass der energetische, pulsierende Geist dabei nicht verloren gehen darf. Man ziehe beispielsweise Emperors 'Anthems to the Welkin at Dusk' oder Setherials 'Nord...' als Vergleich heran - diese ├Ąhneln 'Seelenfeuer' stilistisch n├Ąmlich durchaus. Auch dort wird man z.T. ├╝ber zehn Minuten lange Hochgeschwindigkeits-Songs finden; diese besitzen aber eine gigantische Atmosph├Ąre, sind kleine Sinfonien, denen man auch nach dem hundertsten H├Ârdurchgang noch neue Facetten abgewinnen kann. Lunar Auroras St├╝cke wirken dagegen wie unf├Ârmige, kalte Klumpen, die keinerlei Emotion oder Leben mehr in sich tragen. Ich betone es nochmals: Ich achte die Band f├╝r ihre Eigenwilligkeit und Extravaganz, aber 'Seelenfeuer' wird dadurch nicht besser.

Herjulf am 25.04.2005




Spielzeit

48:58 min


Erscheinungsjahr

1998


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