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Sanity # Schattensymphonie: The Harmonic Enchantment of a Medieval Scaffold

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Nach zwei in Eigenregie produzierten Alben, die seinerzeit die meisten Ver├Âffentlichungen im deutschen Undergound m├╝helos ├╝berragten, konnte die Berliner Band 2000 einen Vertrag bei MMJ unterzeichnen. Als erstes h├Ârbares Ergebnbis dieser Zusammenarbeit liegt nun das dritte Album von Sanity vor. Nach zwei fordernden Alben ist 'Schattensymphonie' ein gutes St├╝ck eing├Ąngiger und kompakter ausgefallen.

Gleich nach dem feierlich getragenen Intro, zeigt 'Das Beil', wo der sprichw├Ârtliche Hammer h├Ąngt. Das St├╝ck ist ├Ąu├čerst kraftvoll und gl├Ąnzt durch eine zweifellos detailreiche, aber in keiner Weise ├╝berladene, orchestrale Begleitung. Letzters gilt im ├ťbrigen nicht nur f├╝r 'Das Beil', sondern f├╝r das gesamte Album. Dazu kommen zwei kurze instrumentale Intermezzi, die den hingebungsvollen H├Âhepunkt des St├╝ckes mit einem h├Ârenswerten Leadgitarreneinsatz einrahmen. 'Highland Epos' wirkt danach noch eine Spur ungest├╝mer, l├Ą├čt aber auch Verschnaufpausen zu. Auch werden hier, der Titel l├Ą├čt es schon vermuten, Naturkl├Ąnge und Dudelsackkl├Ąnge verarbeitet, die an einigen Stellen die Musik geradezu erhaben wirken lassen.

Es folgt ein romantisch-traumhaftes Instrumentalst├╝ck, das die durch 'Highland Epos' angeheizte Atmosph├Ąre wieder ein wenig abk├╝hlt und an das sich nach dreieinhalb Minuten beinahe nahtlos '...December' anschlie├čt. Auch hier wurden wieder eing├Ąngige Melodien, pr├Ągnante Orchester-Effekte und brachiale Gitarrensch├╝be zu einem Kraftpaket verschmolzen. Das folgende St├╝ck schlie├člich, 'Insomnia', besitzt geradezu Hitcharakter. Nach einer eigent├╝mlichen, elektronischen Einleitung, die ein wenig an die Synthesizer-Werke von Burzum erinnert, entfesseln Sanity ein unheilvolles Wechselspiel zwischen schwarzmetallischer Brachialit├Ąt und hinrei├čender Leichtf├╝├čigkeit im Refrain, der geradezu zum Mitsingen einl├Ądt. Ein heroisches Gitarrensolo im letzten Drittel macht 'Insomnia' dann endg├╝ltig zum ├ťberflieger auf 'Schattensymphonie'. In 'Linear Scaffold' wurden zu den f├╝r dieses Album ├╝blichen Zutaten noch eine kleine Spur Wahnsinn und Morbidit├Ąt hinzugef├╝gt. Diese ungewohnte Akzentuierung klingt nicht uninteressant, wirkt f├╝r meinen Geschmack aber etwas halbherzig. Hier h├Ątte man ruhig ein wenig mutiger sein k├Ânnen. Nach einem weiteren luftigen Instrumentalst├╝ck, in dem diesmal auch Gitarren verwendet wurden, folgt mit 'Blutrausch' der vorletzte und zugleich wildeste Song auf 'Schattensymphonie'. Zwar findet man auch hier langsamere Passagen, in der Summe zeichnet sich dieses St├╝ck aber durch die ├╝ber weite Strecken hohe Geschwindigkeit, die teilweise hektischen Effekte und die bisweilen chaotischen Gitarrenleads aus. Nach fast f├╝nfzig Minuten beschlie├čt ein majest├Ątisches Outro das bisher st├Ąrkste Album von Sanity. Doch auch die Produktion der ungemasterten Promo-Kopie von 'Schattensymphonie' stellt seine beiden Vorg├Ąnger in den Schatten: die Gitarren sind von erstaunlicher Wucht und auch das Schlagzeug stammt zum ersten Mal nicht vom Computer, sondern aus den Armen von Philipp Weishaupt. Die Orchesterteile sind zwar schon recht gut auszumachen, verblassen aber dennoch etwas hinter der Gitarrenwand. Jeoch stehen die Chancen nicht schlecht, da├č diese Einschr├Ąnkung f├╝r die endg├╝ltige, fertig gemasterte Ausgabe entf├Ąllt.

Patrick am 28.05.2005




Spielzeit

49:19 min


Erscheinungsjahr

2001


Label

MMJ


Vergleichbarer Ohrenschmaus



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