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Impaled Nazarene # Ugra-Karma

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Auch auf ihrem zweiten Album wüten Impaled Nazarene noch unvermindert aggressiv und brutal. Das okkulte Chaos der Frühwerke ist inzwischen aber etwas klareren, ausgefeilteren Songstrukturen gewichen. Dieser Schritt hin zu mehr Übersichtlichkeit war auch dringend notwendig, denn man begnügt sich mittlerweile nicht mehr damit, nur ein- bis zweiminütige Blast-Eruptionen aneinanderzureihen. Zwar wird immer noch häufig in Überschallgeschwindigkeit geholzt, die Songs sind aber länger und wesentlich eingängiger ausgefallen. Impaled Nazarenes Sound hat auf 'Ugra-Karma' deutlich an Melodie gewonnen und klingt jetzt 'metallischer', da die schroffen Punk- und Grindcore-Akkorde vielerorts durch richtige Riffs ersetzt wurden.
Mit der Spielweise der Finnen hat das aber immer noch nicht viel zu tun, denn melancholisch oder 'kalt' klingen die Lieder zu keiner Sekunde. Viel eher erzeugen die einstreuten Keyboards eine surreale, mystische Atmosphäre, die beim ersten Hören vielleicht etwas verstörend wirken mag. Ich erkenne darin den Versuch, eine Art postapokalyptische, endzeitliche Grundstimmung zu schaffen, wie sie besonders gegen Ende von 'Kali-Yuga' und 'Hate' auftritt. Leider wurde diese Idee aber nicht konsequent durchgezogen, denn Stücke wie 'Gott ist tot' oder 'Coraxo' hinterlassen eher den Eindruck eines Fun-Projekts als einer Band mit ernsthaftem Konzept. Als durchaus originell und exotisch darf man dagegen die lyrischen Ergüsse bezeichnen. Geboten wird ein kruder Kauderwelsch aus Hindu-Mythologie, primitiver Teufelsanbetung und allerlei Perversitäten, die man auf englisch, deutsch, finnisch und sogar sanskrit (!) intoniert. Und das wohlgemerkt im Jahre 1993, als sich norwegische Bands gerade erst auf Odin und die Wikinger zurückbesannen. Zwei Gottheiten aus der indischen Mythologie zieren auch das Albumcover. Das der Zweitpressung jedenfalls.
Die erste Version hatte zuvor für einigen Wirbel gesorgt und Impaled Nazarene zudem eine Klage eingebrockt. Abgebildet war dort nämlich Jesus Christus mit einem Hakenkreuz, was Mitglieder der Hare-Krishna-Sekte derart in ihrem religiösen Empfinden verletzt haben muß, daß sie die Finnen vor Gericht zerrten. Impaled Nazarene verloren den Prozeß und durften das komplette 'Ugra-Karma'-Artwork neu drucken lassen. Shit happens! Was die Hippies offenbar nicht bemerkt hatten, war der sarkastische Unterton, der schon immer in Impaled Nazarenes krankhaft-blasphemischer Attitüde enthalten war. Dabei hätte ein Blick auf die Tracklist genügt: bitterböse Satanisten nennen ihre Songs nicht 'Under a Golden Shower' oder 'The Horny and the Horned'!
'Ugra-Karma' sei somit allen aufgeschlossenen Fans des extremen (Black) Metals ans Herz gelegt. Wer nicht nur auf nordisches Primitivgepolter abfährt und eine Portion Offenheit und schwarzen Humor mitbringt, der wird an Impaled Nazarene sicher schnell Gefallen finden.

Herjulf am 09.04.2005




Spielzeit

38:36 min


Erscheinungsjahr

1993


Vergleichbarer Ohrenschmaus



Konzerte/Festivals mit Impaled Nazarene



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