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Forgotten Woods # The Curse of Mankind

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'Crawl into my open wounds and I'll show you all your dreams'. In der Tat vertonen Forgotten Woods hier seelische Wunden. Auf 'The Curse of Mankind' pr√§sentiert sich die Band noch schwerm√ľtiger, noch tr√ľbseliger als je zuvor. Von der 'Erf√ľllung aller Tr√§ume' kann dabei allerdings keine Rede sein. Vor allem deshalb, weil es den Liedern an Struktur und einpr√§gsamen Momenten mangelt. Nicht ohne Grund konnte ich mir bis heute keine einzige Melodie vom gesamten Album merken. An den √ľberm√§√üigen Song-L√§ngen von 'Sjel av Natten' hat man festgehalten, dabei wurde jedoch der Spannungsaufbau vernachl√§ssigt. So fehlen den St√ľcken jegliche H√∂he- und Wendepunkte, sie entwickeln sich nicht, enden nach zwanzig Minuten genauso abrupt wie sie begonnen haben. Einige d√ľmpeln mehr oder weniger planlos vor sich hin, weshalb die Gedankenschwere und Tristesse nicht selten in Monotonie, ja, Antriebslosigkeit umschl√§gt. 'My Scars Hold your Dreams' ist das beste Beispiel daf√ľr.
'With Swans I'll Share my Thirst' will die Band als Huldigung an Velvet Underground verstanden wissen. Ziemlich ungew√∂hnlich, wie ich finde. Die drogenvernebelte, artifiziell angehauchte Atmosph√§re, in der Lou Reed damals solche Titel einsang, hat n√§mlich rein gar nichts mit der bierernsten Griesgr√§migkeit des Black Metals zu tun. Ob es sich dabei nun um eine Coverversion handelt oder nicht, konnte ich leider nicht herausfinden. Jedenfalls ist Forgotten Woods' Interpretation sehr nahe am 'Original' gehalten: minimalistischer, jazziger Gitarren-Pop, wie ihn auch die New Yorker zu dieser Zeit spielten. Seltsamerweise gelingt es Forgotten Woods aber recht gut, die l√§ssige, urbane Attit√ľde des Songs in ihre Ausdrucksweise zu √ľbersetzen, so da√ü 'With Swans...' kein Fremdk√∂rper im Albumkontext darstellt.
Ein kleines Schmunzeln konnte ich mir dennoch nicht verkneifen, als das nachfolgende 'Den Ansiktsl√łse' begann. Mit seiner n√∂lig-depressiven Art dr√ľckt das Lied gleich wieder gewaltig auf die Tr√§nendr√ľse, was nach einem Titel wie 'With Swans...' einfach zu √ľberzogen wirkt. Besser, man h√§tte den etwas roheren Song 'The Velvet Room' an diese Stelle gesetzt. Die leicht rockigen Ankl√§nge, die hier und auch anderswo herauszuh√∂ren sind, deuten schon die Richtung an, die die Nachfolgeband Joyless sp√§ter weiterverfolgte. Leider.

Herjulf am 07.04.2005




Spielzeit

72:03 min


Erscheinungsjahr

1996


Label

No Colours Records


Vergleichbarer Ohrenschmaus



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