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Ildjarn # Forest Poetry

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Es ist schon mehr als erstaunlich, welch unterschiedliche Wege die Ex-Mitglieder der kleinen norwegischen Teeny-Death-Metal-Band Thou Shalt Suffer nach deren Auflösung 1991 eingeschlagen haben. Während Vegard und Thomas mit Emperor Mega-Erfolge feierten, Tourneen veranstalteten und sich vor Lob und Ruhmesreden kaum retten konnten, verabschiedete sich Schlagzeuger Thorbjorn komplett aus der Szene. Hmm... und was ist mit dem Bassisten passiert? Wie nannte er sich doch gleich - Vidar? Tja, der verzapfte bis etwa Mitte der Neunziger schraddeligen Primitiv-Black-Metal, zumeist via Napalm Records unters Volk gebracht. Ildjarn, so der Name seines Projekts, gehört bis heute zum extremsten, eigenwilligsten und mitunter auch schlechtesten, was je aus Norwegen zu uns kam. Dabei muss eine Zusammenarbeit mit den Ex-Kollegen von Emperor aber mindestens noch bis 1994 bestanden haben, denn Ihsahn und Samoth sind, soweit ich weiß, auf nahezu allen Ildjarn-Demos am Mikrophon zu hören. Die Debüt-EP ('Norse', 1994) kam außerdem auf Nocturnal Art, Samoths Label, heraus. Und auch spätere Flyer bezeugten eine enge Verbindung zwischen beiden Bands.
1994-1996 scheint Vidar seine große 'kreative' Phase gehabt zu haben, so warf er doch im zuletzt genannten Jahr nicht weniger als vier (!) CDs auf den Markt, die seines Nebenprojekts Sort Vokter gar nicht mitgerechnet. Nach 1996 kam eigentlich nichts Bedeutendes mehr heraus. Deshalb, und wegen der z.T. widersprüchlichen Diskographien, die im Internet kursieren, ist es nahezu unmöglich, alle seine Platten in korrekter Reihenfolge durchzusprechen.

Beginnen wollen wir mit dem 'musikalischsten' aller Ildjarn-Alben. Doch versteht mich nicht falsch: Mit Musik im eigentlichen Sinne hat das oft nicht mehr viel zu tun, mit lieblicher Waldpoesie schon gar nicht. Man stelle sich die primitivsten Momente von Darkthrone und Hellhammer vor, addiere dazu ein polterndes Uffta-Uffta-Schlagzeug und kauzige, quakende Krächz-Vocals, verpasse dem ganzen einen dröhnenden Scheppersound von miesester Qualität, und hat ungefähr das, was auf 'Forest Poetry' so vor sich hin röhrt: eine Mischung aus rohestem Black Metal, Punk und völligem Krach... Ganze 22 (in Worten: zweiundzwanzig!) 2 ½ -Minuten-Songs gibt es hier zu finden, wobei die Aufnahmequalität nahezu gleichbleibend (schlecht) ist, keine Soundschwankungen wie auf 'Det Frysende Nordariket' also.
Im Gegensatz zu dieser und der 'Strength and Anger'-Scheibe haben die Stücke (wenigstens zum Teil) richtige Riffs und Power und bestehen nicht nur aus zwei Akkorden, Bassgegrummel und einem Haufen Geschrei. Beispielhaft dafür sind 'Whispering Breeze', 'The Blade Flares in Red Light', 'Midnight Interval' oder 'Reflecting Mountains', die alle eine sehr hypnotisierende Wirkung haben. Dadurch, dass alle Tracks einen anderen Namen tragen (was für Ildjarn-Verhältnisse nicht unbedingt selbstverständlich ist), wird auch der unabhängige, individuelle Charakter unterstrichen. Will sagen, das einzelne Lied steht im Mittelpunkt, und nicht das Erzeugen eines Geräuschteppichs über längere Strecken. Deshalb neige ich dazu, es als 'musikalischstes' Werk Ildjarns zu bezeichnen.
Die im Booklett enthaltenen Zeichnungen von Urwaldgehölz und Wurzelwerk passen mit ihrer Comic-mäßigen Art überhaupt nicht zur Musik, die, wie ich finde, einen viel grausameren, unwirtlicheren Charakter hat. Sie ziehen das ganze schon fast in eine Blödel-Ecke, die ich in der Musik nicht finden kann. Denn ich halte Ildjarn für alles andere als postpubertäre Krawallmacherei, obwohl ich mir auch nicht alles von ihm anhören kann.
Es bleibt zu sagen, dass 'Forest Poetry' eine sehr, sehr eigenartige Platte eines noch eigenartigeren Menschen ist, gemacht für Menschen mit Eigenart.

Herjulf am 14.01.2005




Titelliste

01. Whispering Breeze
02. Blackened Might
03. Clashing of Swords
04. No Gleaming Light
05. Blazing Eye
06. Sinking Deep
07. Chill of the Night (Returning)
08. The Blade Flares in Red Light
09. Deepening in Grey
10. Midnight Interval
11. Descending
12. Away with the Dawn
13. Before my Eyes Forever
14. Reflecting Mountains
15. Brother of the Forest
16. Dead Years
17. Dark December
18. Cold and Waste
19. Visions of the Earth (2nd Returning)
20. Risen Seeds of Time
21. Winter Embrace
22. No Place Nowhere


Spielzeit

52:02 min


Erscheinungsjahr

1996


Label



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