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Armagedda # The Final War Approaching (2)

Cover: Armagedda # The Final War Approaching (2)

Noch taufrisch ist diese durch Akhenatens Breath of Night Records get√§tigte Ver√∂ffentlichung. Schaden kann aber eine rasch publizierte Kritik dennoch nicht, zumal bei der gro√üangelegten Werbetrommelr√ľhrung inklusive k√ľnstlicher Hochstilisierung zum Kult seitens des Labels, denn: Ich halte diese CD gr√∂√ütenteils schlicht und einfach f√ľr M√ľll.
Ich halte sie f√ľr seelenlos, ich halte sie f√ľr langweilig und f√ľr flach. Das f√§ngt zuallererst schon bei den Texten an. Ich kann mir jedenfalls nur schwerlich vorstellen, dass man irgendjemanden im Jahre 2002 noch mit Titeln Marke Bathory 1985 wie 'Unholy Sacrifice' oder 'Sign of Evil' hinter dem Ofen vorlocken kann. Ich m√∂chte zwar hier auf keinen Fall einen auf intellektueller Obermotz machen, aber nur eines dazu: wenn ich aufgrund mangelnden Interesses, fehlender poetischer Ader (was man dem Schreiberling dann nat√ľrlich nicht vorwerfen kann) oder nicht vorhandener Sprachkenntnisse (kann ja auch sein) nicht bef√§higt bin, Texte zu verfassen, lasse ich es eben bleiben oder drucke sie zumindest nicht strotzend vor grammatikalischen Fehlern in ein lieblos aufgemachtes 2-Seiten-Booklett. Ausz√ľge gef√§llig?
'My Eternal Journey'

'Without beginning
will my hate for your lies, never end.
Weak humans, like you will feel the fear of death....
if you're not blessed of your faith.
Break down the undead
so they shall see real darkness
Do not show mercy against life
We will not miss them...
They will not miss us.

'The World' is trying to change me
Well fuck off, I still support
What I've always believed in
Through my eternal journey

Executions runs through my mind
When I'm passing my darkest thoughts
My death will never be here,
I have never lived.'

Und jetzt erkl√§re mir mal bittesch√∂n einer, was der gute Herr Graav (sehr einfallsreiches Pseudonym √ľbrigens...) uns damit sagen will! Mir fehlen bei solchem Stuss ehrlich gesagt einfach die Worte. Wohl keiner verlangt bei einem Black Metal-Album sensibelste Poesie, aber einen Sinn sollte der Text ansatzweise schon noch ergeben! Ich will gar nicht erst wissen von welch lyrischer und inhaltlicher Qualit√§t die Texte sind, die im Booklett nicht abgedruckt wurden, zumal das Verwenden von ein paar Zeilen 'Gesungenem' aus dem nordischen Sprachraum mehr als ein Jahrzehnt nach den ersten darkthroneschen Versuchen in dieser Hinsicht auch nichts mehr rei√üt.
L√§sst man die l√§cherlichen 'Texte' und die schludrige Optik ('Armagedda wants you dead'-Spruch auf dem Backcover - das musste noch sein... mich fr√∂stelt... grins...) beiseite, so gef√§llt sich diese Platte im Auswalzen abgenutzter und altbackenster Rauf-Und-Runter-Schrubbe-Riffs und in identit√§tslosen Kr√§chz-Vocals. Technisch und vom Spannungsaufbau her zieht man dann vollends alle Register schlechten Geschmacks. Das hei√üt: gerade dann, wenn es, was sowieso schon selten vorkommt, mal interessant und gut wird, verhunzt man alles wieder durch ein schlechtes Break oder √ľbertriebenes Auf-rotzig-Trimmen und so weiter und so fort. Das geht dann das gesamte Album √ľber so.
Vielleicht verbreitet 'Skogens Mörka Djup' zu Beginn noch etwas Stimmung, was dann aber spätestens im Verlauf der zweiten Minute durch einsetzende Billigriffs wieder vergeigt wird. Grauenhaft, mehr fällt mir dazu nicht ein, einfach grauenhaft. Eine dilettantische Aufnahme inklusive Hintergrundgeschrei, polterndem, plumpen Drumming und Gitarrengequietsche zum Schluss alleine macht eben noch keinen rohen Black Metal aus, dazu muss man die Musik leben und sich nicht nur in Nachäffereien ergehen. Aber das haben die drei Schweden wohl irgendwie noch nicht so richtig begriffen, so scheint es jedenfalls.
Und um nochmals den Vergleich mit Darkthrone zu bem√ľhen: Selbige waren und sind eben auch geniale und originelle K√ľnstler und Riffschreiber; Armagedda hingegen k√∂nnen von einem einzigen durchweg genialen selbstgeschriebenen Song nur tr√§umen - von einem eigenen Stil oder so etwas wie Originalit√§t oder Einf√ľhlungsverm√∂gen in die eigene Musik und Lyrik gar nicht erst zu reden. Totalausfall bleibt Totalausfall, kein Pardon, auch wenn wir hier noch √ľber eine recht junge Band reden. Und der Primitiv-Metal-Schwemme sei Dank hat man uns wieder mal eine neue Platte beschert, die die Welt nicht braucht.

Herjulf am 28.03.2004




Spielzeit

40:27 min


Erscheinungsjahr

2002


Internetseite



Label

Breath of Night Records


Vergleichbarer Ohrenschmaus



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