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Paradise Lost # Icon

Cover: Paradise Lost # Icon

Um den Vergleich mit Darkthrone noch einmal zu bem├╝hen: Fenriz hat mal eine sogenannte 'Drei-Alben-Theorie' aufgestellt. Laut dieser Theorie haben die meisten Metal-Bands Probleme, auch nach ihrem dritten Album noch etwas Kreatives zustande zu bringen - stattdessen versinken sie meist in der Bedeutungslosigkeit. Beispiele daf├╝r gibt es in der Metal-Welt zuhauf: Slayer, Celtic Frost, Kreator, um nur die bekanntesten zu nennen.
F├╝r Paradise Lost scheint dies aber offenbar nicht zu gelten. 'Icon', das 'verflixte vierte Album', spr├╝ht n├Ąmlich nur so vor Energie und Einfallsreichtum. Der Opener 'Embers Fire' gibt sich noch verhalten und bed├Ąchtig, 'Remembrance' donnert dann aber mit ungest├╝mer Spielfreude los und rei├čt den H├Ârer f├Ârmlich mit. Das St├╝ck geh├Ârt zu den schnellsten Paradise-Lost-Nummern ├╝berhaupt und besitzt einen ungemein eing├Ąngigen Refrain, der sich sofort im Ohr festsetzt. Bluesige Gitarren, ein m├Ârderischer Groove und der zornige Gesang von Nick Holmes machen 'Remembrance' zum absoluten Highlight der Platte.
Apropos Gesang: die latente ├ähnlichkeit mit James Hetfield von Metallica war ja schon fr├╝her erkennbar, auf 'Icon' ist sie jedoch kaum mehr zu ├╝berh├Âren. Und nicht nur das: Auch Paradise Losts Musik hat deutliche Einfl├╝sse von Metallica aufgesogen, sei es nun in 'Dying Freedom' oder 'Shallow Seasons'. Ja, selbst das monumentale 'Colossal Rains' erinnert an Klassiker wie 'The Unforgiven'. Doch dieser neue Einflu├č hat der Musik h├Ârbar gut getan. Er verhilft ihr zu neuer Frische und befreit sie von der Sperrigkeit der Vorg├Ąngeralben - die Songs sind nun k├╝rzer, einfacher aufgebaut und vor allem melodischer als je zuvor. Die Death-Metal-Einfl├╝sse sind au├čerdem stark in den Hintergrund getreten. Da der Death Metal aber ohnehin nie die Dom├Ąne von Paradise Lost war, kann man auch das nur begr├╝├čen!
'Icon' ist insgesamt vielleicht das beste Paradise-Lost-Album, das wichtigste aber allemal. Hier wurde n├Ąmlich der Grundstein f├╝r alle sp├Ąteren Alben gelegt, denn jedes der nachfolgenden Werke weist irgendwelche Parallelen zu 'Icon' auf. Mit Ausnahme von 'Host' nat├╝rlich.

Herjulf am 29.06.2005




Titelliste

01. Embers Fire
02. Remembrance
03. Forging Sympathy
04. Joys of the Emptiness
05. Dying Freedom
06. Widow
07. Colossal Rains
08. Weeping Words
09. Poison
10. True Belief
11. Shallow Seasons
12. Christendom
13. Deus Misereatur


Spielzeit

50:25 min


Erscheinungsjahr

1993


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