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The Third of the Storms # Pure Heiligkeit

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Eines der gleichsam merkw├╝rdigsten wie absolut bodenlos schlechtesten Demos, die mir je im Leben untergekommen sind, stellt 'Pure Heiligkeit' des Mudersbach-Niederschlehenh├╝tters Achamoth dar. Ich glaube, es ist derselbe Typ wie der bei Infernal (den deutschen nat├╝rlich- u.a. durch Demos wie 'Krisnsdod' oder 'The Black Book Of Achamoth' 'in aller Munde'); jedenfalls meine ich, ihn auf dem verwackelten Farbfoto im Beipackzettel identifiziert zu haben. An Infernal hatte ich eigentlich schon keinen besonders gro├čen Gefallen gefunden - was den guten Mann aber im seligen Sp├Ątherbst des Jahres 1997 geritten hat, etwas derartiges wie das vorliegende The Third Of The Storms -Demotape aufzunehmen (bzw. was er da geraucht hat...), kann ich nicht beantworten. Ich tue mich schwer, das da ├╝berhaupt noch als Musik zu bezeichnen. So findet man sich nach ekelhaften W├╝rge-, Kotz-, Kreisch- oder was-wei├č-ich-f├╝r-Ger├Ąuschen in einem leise dahinrauschenden Soundteppich wieder, der bis zur Grenze der f├╝r das menschliche Ohr erfassbaren Tiefen herabgestimmte Gitarren andeuten k├Ânnte. Unterbrochen wird diese Kulisse immer wieder durch die schneller werdenden, viel zu dominanten Hiebe eines Schlagzeugs, sowie ab und an durch Achamoths Geschrei. Die Stimme ist dabei das einzig noch Ertr├Ągliche, gef├Ąllt mir in ihrem kranken Klang sogar ausgesprochen gut. Ich w├╝rde hingegen abraten, dieses Lied, obwohl es sich r├╝ckblickend betrachtet noch als das 'gelungenste'(!) auf dieser Kassette herausstellen sollte, mehrmals hintereinander zu h├Âren - das hintergr├╝ndige Niederfrequenzrauschen kann wirklich Kopfschmerzattacken hervorrufen.
Soweit, so gut; als Ausrutscher k├Ânnte man dieses St├╝ck gerade noch so durchgehen lassen - also habe ich weitergeh├Ârt. Was dann aber folgte, ist in seiner Schlechtigkeit mit Worten kaum mehr zu beschreiben.

Synthesizerkl├Ąnge. So billig, so schlecht, so sehr nach Kindertr├Âte klingend, wie ich es noch nie vorher geh├Ârt habe. Um dir, lieber Leser, nur einmal kurz einen gewissen Eindruck von Ausma├č dieses Desasters zu vermitteln: stell dir vor, wie es klingen w├╝rde, wenn ein hochgradig untalentierter Jungmusikant (sagen wir einfach mal, er kommt aus Mudersbach-Niederschlehenh├╝tte...) in einer Unterdruckkammer Mortiis auf sechziger-Jahre-Synthesizer-Vorl├Ąufern fehlerhaft nachspielt und mit einem Diktierger├Ąt aufnimmt. Nimm diese Ger├Ąuschkulisse und verschlechtere sie in Gedanken nochmals um die H├Ąlfte des bisher Vorhandenen, f├╝ge Lautst├Ąrke- und Tonschwankungen hinzu, und du hast ungef├Ąhr das, was auf 'Pure Heiligkeit' so vor sich hin dudelt.
Es folgt ein weiterer Griff ins Klo mit einem Sample aus dem Titelthema eines bekannten Hollywood-Streifens (ich komme nicht auf den Namen...); hintergr├╝ndig das Lachen spielender Kinder. Dann die H├Âlle auf Erden: man klingt wie ausgewechselt - immer noch hammerm├Ą├čig beschissen, aber pl├Âtzlich stehen die pl├Ąrrenden Gitarren viel mehr im Vordergrund. Vergesst Abruptum, vergesst Isegrim, vergesst jede andere Band, die ihr je geh├Ârt und als die definitiv schlechteste der Welt abgestempelt habt. Das hier w├╝rde sie alle mit einem Schlag in den Schatten stellen: ein 'Lied', das aus genau zwei (!) T├Ânen besteht, die jeweils einzeln (!!) mehrere Minuten lang (!!!) angeschlagen werden, unterlegt von v├Âllig atonalem Dazwischengeklampfe, gest├Ârtem Gekr├Ąchz, Gehuste und schnellen Schl├Ągen ('Blasts') von Achamoths Kumpel aus Silizium. Mir fehlten jegliche Worte. Antimusik.
Nun wiederum Synthesizerkl├Ąnge - Ziel des 'Komponierens' war es diesmal wohl, eine Mischung aus 'Stille Nacht', der Hintergrundmusik einer Dokumentation ├╝ber die unendlichen Weiten Sibiriens und / oder der puren Langeweile einzufangen und auf Kassette zu bannen. Dieser Versuch ist in vollem Umfang gelungen. Ich habe mir ├╝berlegt, diese 'Hymne' abends nun fortan anstatt von Baldrian zu verwenden, um schneller einschlafen zu k├Ânnen.
Man m├╝sste dann jedoch nur schnell vor dem n├Ąchsten 'Lied' abschalten, in dem Achamoth wiederum versucht, mit drei T├Ânen Black Metal zu spielen, und das vom Nervens├Ągen-Faktor her an 'Lied' Nr.3 beinahe herankommt.

Der Gipfel des schlechten Geschmacks folgt in Form eines unbegreifbar blasphemischen und perversen, ca. 15 Sekunden langen Samples, in dem eine Stimme viermal 'Fick mich' und 'Jaa, leck mich' schreit, eine andere 'Bitte nicht' und 'Aaaah', das ganze unterlegt von schleimigen Trief- und Sabberger├Ąuschen. Abschlie├čend verw├Âhnt man uns nochmals mit einem billigen Weihnachtslieder-Synthiest├╝ck, das von Spielfehlern nur so strotzt und eigentlich gar keine Melodie hat. Ich habe mir erlaubt, hinterher, nur so als kleinen Vergleich, die CD 'Das Sterben ist ├Ąsthetisch bunt' von Goethes Erben anzuh├Âren, was einem Kulturschock gleichkam. Wenn ich mir den Kommentar noch erlauben darf: ich vergleiche zwar ungern Black Metal (zumal das hier ja eigentlich gar keiner ist...) mit anderen musikalischen Genres, aber The Third Of The Storms h├Ârte sich daneben an wie der missgl├╝ckte Versuch eines Neandertalers, mit zwei Knochen und einem Stein 'Musik' zu machen. Was will uns Achamoth blo├č damit sagen?
Schlu├čendlich wurde ich noch best├╝rzter dar├╝ber, als meine Anwandlung, dieses Verbrechen, diese Ansammlung vertonter sp├Ątpubert├Ąrer Idiotie und selbstdarstellerischen 'Schaut mal wie b├Âse ich bin'-Gehabes als einen schlechten Scherz oder sarkastischen Seitenhieb des Verantwortlichen abzutun, durch die Widmungen an Euronymous und Dead, wie auch den Spruch 'Death to false ones', alles im Beiblatt nachzulesen, zunichte gemacht wurde. Traurig.

Herjulf am 28.05.2005




Erscheinungsjahr

1997


Label

Eigenproduktion


Vergleichbarer Ohrenschmaus



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