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In The Woods... # Live at the Caledionen Hall

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Nach der betr├╝blichen Nachricht im Jahr 2000, da├č sich In the Woods... aufgel├Âst hatten, konnte mich die Ank├╝ndigung eines gro├čen Abschiedskonzertes am Ende jenes Jahres nur einen kurzen Moment begeistern. Der letzte Auftritt der Band fand am 29. Dezember in Kristiansand in Norwegen statt und machte es mir unm├Âglich, dem Ereignis beizuwohnen. Immerhin vermochte mich die Aussicht auf einen Konzertmitschnitt milde zu stimmen. Doch erst knapp drei Jahre sp├Ąter erschien das versprochene Doppelalbum und stand vergleichsweise kurz darauf auch schon in meinem Regal.
Das Album beginnt mit dem sph├Ąrischen Kl├Ąngen, die seinerzeit das Deb├╝talbum 'HEart of the Ages' eingeleitet hatten. Und in diesem Augenblick bedauerte ich es, vor drei Jahren nicht mehr unternommen zu haben, um in Kristiansand vor der B├╝hne stehen zu k├Ânnen. In den folgenden zwei Stunden verzaubert die Ausnahmeband den H├Ârer ein ums andere Mal. Das Konzert selber ist in zwei Teile unterteilt. Der erste besteht aus einem Medley des Deb├╝talbums und dessen Titelst├╝ck, gefolgt vom Album 'Omnio', da├č bis auf die beiden letzten Teile der Titelst├╝cktrilogie in voller L├Ąnge gespielt wird. Dazwischen stehen noch die Coverversion von Jefferson Airplanes 'White Rabbit' sowie ein neuer Titel namens 'Beer'. Und gerade dieses St├╝ck macht die Tragik dieses Abends deutlich. 'Beer' ist - wie sein Titel - ein ungew├Âhnlicher Song und dennoch unverkennbar In the Woods...: Sph├Ąrisch, gewichtig und voller Schwermut. So, genauso h├Ątte es weitergehen k├Ânnen und d├╝rfen...
W├Ąhrend mich beim H├Âren der entr├╝ckten St├╝cke von 'HEart of the Ages' nostalgische Gef├╝hle beschleichen, packt mich bei 'Omnio' die Begeisterung. 'Omnio' wirkt hier im Vergleich zur Studioaufnahme ein wenig luftiger und zugleich h├Ąrter. Doch auch wenn die pr├Ągnantere Bassgitarre und der klarere Schlagzeugsound ein wenig die dumpfe Schwere zu l├╝ften verm├Âgen, in den leisen Momenten kleidet die Stimme von Jan Transit den Sound von In the Woods... in jene hingebungsvolle Melancholie, die diese Band einzigartig macht. An dieser Stelle sei auch die Leistung von Synne Soprano hervorgehoben. Nicht nur da├č ihr Klagelied auf Aases Tod zu den zauberhaftesten Momenten dieses Albums geh├Ârt, auch an anderer Stelle ('Kairos') und vor allem im Duett mit Transit ('I am your Flesh') vollbringt sie Gro├čes.

Die zweite CD beginnt mit den letzten beiden Teilen der 'Omnio'-Trilogie vom gleichnamigen Album. Einen besseren Auftakt f├╝r die zweite H├Ąlfte des Konzerts kann man sich kaum vorstellen: Zun├Ąchst Ruhe, dann gitarrenschwere Aufruhr, dann die abermals beeindruckende Stimme von Synne ├╝ber einem zweigeteilten Gitarrenfundament. Sp├Ątestens wenn Synne die Worte 'Bardo' und 'Omnio' fl├╝stert, m├Âchte man wieder in Kristiansand sein. 'Omnio' schlie├čt mit einem Gitarrensolo ab, welches wiederum in einem schier magischen Gitarrenecho m├╝ndet. Danach bewegt sich die Band weiter chronologisch durch die Bandgeschichte und spielt eine Auswahl aus den letzten beiden Studioalben 'Strange in Stereo' und 'Three Times Seven on a Pilgramage'. Vor allem bei 'Empty Room' wird ersichtlich, wie gut es der Band gelingt, Gitarren- und Stimmeffekte live umzusetzen; dieser Song verstr├Âmt reine Magie und die Essenz von In the Woods...; Schande ├╝ber jeden der sich als Fan dieser Band bezeichnet und damals nicht nach Norwegen gefahren ist. Nach dem 'Empty Room' verklungen ist, kommt man in den Genu├č eines weiteren neuen Songs: Die Gitarren von 'Don't Care' erzeugen zu anfangs ein morbid-karibisches Flair. Im weiteren Verlauf h├Ârt man einen trotzigen Song mit geradlinigen und wenig verspielten Gitarrenriffs. Beinahe neun Minuten, die untypisch f├╝r die Band erscheinen m├Âgen und dabei perfekt in diesen Abend passen.
Anschlie├čend werden weitere St├╝cke von 'Strange in Stereo' sowie die von der EP-Trilogie bekannten und auf 'Three Times Seven on a Pilgramage' wiederver├Âffentlichten Titel 'Karmakosmik' und 'Epitaph' gespielt. Weitere 40 Minuten voller Emotion und Zauber, mal sperrig und verzweifelt, dann wieder traumhaft sch├Ân. Dieses Album zeigt In the Woods... in all ihrer Innovationskraft und Kreativit├Ąt und jetzt macht sich auch beim H├Âren des Konzertmitschnitts Wehmut breit. Dar├╝ber, da├č es die Band nicht mehr gibt und da├č sich das Konzert dem Ende zuneigt. Das letzte St├╝ck, da├č In the Woods... jemals live gespielt haben, ist 'Closing In'. Transit klingt traurig, als er ihn ank├╝ndigt, er animiert das Publikum, z├Ąhlt mitten im St├╝ck an. Das letzte Wort, da├č man Transit sagen h├Ârt, ist ├╝brigens 'Danke'.
├ťber die G├╝te dieser Band bleibt nichts mehr zu sagen und die G├╝te dieses Abschiedsalbums ist beispielhaft. Songauswahl, Produktion und Atmosph├Ąre sind In the Woods... w├╝rdig. Das H├Âren von 'Live at the Caledonien Hall' kann nur noch vom leibhaftigen Erleben des Konzertes ├╝bertroffen werden k├Ânnen.

Deadleft am 09.04.2005




Spielzeit

145:44 min


Erscheinungsjahr

2003


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