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Abigor # Channeling the Quintessence of Satan

Cover: Abigor # Channeling the Quintessence of Satan

Ver├Âfentlichen Abigor mit 'Channeling the Quintessence of Satan' nach den schw├Ącheren Alben 'Opus IV' und 'Supreme Immortal Art' endlich einen w├╝rdigen Nachfolger zu Nachthymnen? Nun wir werden sehen.
Meine Hoffnungen werden bereits beim Anspielen des ersten Songs gnadenlos zerst├Ârt. Ist das Intro noch relativ originell gemacht, erwartet den H├Ârer zu allererst ein grottenschlechter Soundbrei, wie man ihn von mittelpr├Ąchtigen Demo-Tapes her kennt. Die Lead-Gitarre ist arg in den Vordergrund geraten, so da├č sie fast schon die Rhythymus-Gitarre ├╝bert├Ânt. Und vor allem: Wie zum Henker h├Ârt sich die Lead-Gitarre an? Die ist extrem hoch gestimmt. Besonders schlimm, ja schon fast nervt├Âtend ist dies beim 4. Song 'Wildfire and Desire'. Nicht-Kenner k├Ânnten diese z.B. beim 1. Song 'Dawn of Human Dust' f├╝r einen Dudelsack halten! Dann ist die Stimme des S├Ąngers, Thurisaz, viel zu sehr in den Hintergrund geraten, so da├č man kein Wort von dem, was er singt, versteht. Ist ja nichts besonderes, werden viele jetzt denken, aber die Texte sind im Booklet nicht abgedruckt, was inzwischen eigentlich Standard ist. Soundm├Ą├čig relativ gut ist das Schlagzeug, was den Gesamteindruck noch einigerma├čen rettet.
An der spielerischen Klasse der Instrumente ist eigentlich nichts auszusetzen. Das Schlagzeug ist, wie immer bei Abigor, richtig gut; die Melodief├╝hrung beider Gitarren ist auch akzeptabel. Zum Bass kann ich nichts sagen - man h├Ârt ihn nicht! Keyboards zur Begleitung des Gitarrenspiels fehlen im Gegensatz zu allen anderen Abigor-Outputs v├Âllig. Das Songwriting ist etwas eint├Ânig, aber nicht langweilig. Ich denke, diese Eint├Ânigkeit wird durch diese nervig-s├Ągende Lead-Gitarre ausgel├Âst, da so alle Songs relativ gleich klingen. Ansonsten enthalten die Songs viele Tempo- und Rhythmuswechsel - Abigorstandard.
Der beste Song dieses Albums ist mit gro├čem Abstand der 6. Titel 'Demons Vortex'. Er hat eine sch├Âne, teilweise melancholische Melodief├╝hrung und abwechslungsreiches Drumming. Au├čerdem ist im sp├Ąteren Verlauf die angesprochene Lead-Gitarre etwas mehr im Hintergrund. Wurden die eingespielten Samples, Texte.. auf 'Supreme Immortal Art' noch als gut befunden, sind sie auf diesem Werk irgendwie Fehl am Platze und eigentlich auch ├╝berfl├╝ssig. Bemerkenswert ist dann noch der 8. und letzte Song 'Pandora's Miasmic Breath', bei dem ich erst dachte, das w├Ąre ein Cover von Darkthrone zu 'A BLaze in the Northern Sky'-Zeiten. Es klingt n├Ąmlich komplett anders als die sieben ├╝brigen Songs auf 'Channeling the Quintessence of Satan'. Aber im Booklet ist nichts von einem Cover vermerkt...Hm.
Da ich gerade vom Booklet spreche: dessen Artwork ist eine Klasse f├╝r sich. Ein brauner, marmorartiger Hintergrund, verziert mit feinen Zeichnungen - Klasse. Auch sind dort h├╝bsche Gem├Ąlde abgebildet. Aber, man findet im Booklet einen langen Text, der f├╝r mich irgendwie nichts mit dem Album zu tun hat. Und nirgendwo eine Spur von Songtexten.
Tja, wenn Abigor auf diesem Niveau weiter agiert, werden sie sich bald sehr viele Sympathien verspielt haben. Die ganz oben angesprochenen letzten Alben waren nun ja auch nicht das Wahre, aber das hier ist echt unter aller Kanone. Einzelne Ideen der Songs sind ja in Ans├Ątzen ganz gut, aber was die ├ľsterreicher da mit dem Sound verbrochen haben, entzieht sich jeder Beschreibung. Das Ganze klingt lieb- und lustlos dahingeschreddert, so nach dem Motto:' Ooooch nee, m├╝ssen wir SCHON WIEDER ein Album machen?'. Das mit dem Sound ist echt eine komische Sache, war er doch auf 'Orkblut' oder 'Nachthymnen' sehr gut UND sie haben das Studio (Hoernix) NICHT gewechselt. M├╝ssen Abigor jetzt den 'Obertruen' raush├Ąngenlassen und deswegen so einen Garagensound abliefern? Es k├Ânnte aber auch sein, da├č das Album unter Zeitdruck entstanden ist. Ein Indiz daf├╝r ist der 8. Song, der eindeutig nicht von der selben Recording-Session stammt und wohl zur Aufbesserung der Gesamtspielzeit herangezogen wurde. Also, selbst als Abigor-Sympathisant kann ich hierf├╝r beim besten Willen keine Kaufempfehlung ausprechen.

Turov am 10.03.2004




Titelliste

01. Dawn Of Human Dust
02. Pandemonic Revelation
03. Equilibrium Pass By
04. Wildfire And Desire
05. Utopia Consumed
06. Demon's Vortex
07. Towards Beyond
08. Pandora's Miasmic Breath


Spielzeit

42:00 min


Erscheinungsjahr

1999


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