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Unfa├čbare Ignoranz und Saunag├Ąnge

Nebelmond Metal Party VI

Arcturus, The Vision Bleak, Secrets of the Moon, Disillusion, Nebular Moon, Abaddon, Burden of Grief, Prejudice, Helrunar, Sacrasphemy, Guerilla, Dark Suns, The Shitheadz, Laid in Ashes, Dekadenz, Path of Golconda, Warchild X, Grabnebelf├╝rsten, Fall

Ort: Wertherbruch / Wertherbruch
Datum: 03.09.2004 bis 04.09.2004


Freitag
Nebelmond Metal Party. Schon ├Âfters mal gelesen, aber weil es doch zu weit weg war, nie dagewesen. Jetzt bot es sich allerdings an und au├čerdem kamen Arcturus zu Besuch und das allein ist doch schon ein Grund. Bisher hatten sie in ihrer fast 15-j├Ąhrigen Bandgeschichte kein Konzert au├čerhalb Skandinaviens gegeben und nun waren sie innerhalb einer Minitour auch nach Deutschland gekommen. Keine Frage, da├č das V├Ânger-Kommando da vor Ort sein mu├č, schlie├člich opferten wir nicht selten viel Zeit in unserer Jugend, um die Alben der Band zu erkunden. Da nahm selbst Festivalskeptiker Deadleft einen Anfahrtsweg von mehreren hundert Kilometern in Kauf, um in das idyllische D├Ârfchen Wertherbruch im Niemandsland zwischen Ruhrgebiet und Arnheim zu kommen.

Als wir, die frische Landluft einatmend, gegen 18.00 Uhr ankamen, spielte bereits die erste Band (Fall of Serenity). Hier stellten wir nun fest, da├č es dieses Jahr aufgrund der vielen Besucher (800!) nicht m├Âglich war, das Auto neben das Zelt zu stellen. Dies teilte uns Axel vom Konkurrenzbl├Ąttchen ruhrmetal.de mit, der die Parkplatzaufsicht inne hatte, nachdem er uns mit den Worten 'Also das sind die legend├Ąren Leute von V├Ânger, die Helden meines Lebens, der Quell allen Wissens und die Ikonen der Metal-Berichterstattung'[1] begr├╝├čte.
Also ersannen wir einen ausgekl├╝gelten Plan, der die logistische Komponente der Dreifaltigkeit menschlichen Seins (Essen-Schlafen-Trinken) regelte. Nachdem das Zelt auf einer Wiese neben dem ├Ârtlichen Bolzplatz aufgebaut war, ging es sofort zum Einla├č, da mittlerweile die zweite Band am Spielen war. Die Tatsache, da├č die Eintrittskarte f├╝r das zweit├Ągige Festival nur 15 Euro kostet, wurde sofort wohlwollend vermerkt. Als Presselakaien blieb uns beiden sogar das erspart. Noch einmal in aller Deutlichkeit: 15 Euro f├╝r 20 Bands und eine davon ist Arcturus! Schon alleine daf├╝r kann man 15 Euro verlangen. Dazu noch durchaus vielversprechende und bekannte Bands wie Grabnebelf├╝rsten, Secrets of the Moon, Nebular Moon und The Vision Bleak. Erstaunlich, da├č dennoch nur 800 Leute den Weg nach Wertherbruch fanden.

Die zweite Band, die w├Ąhrend der Einla├čprozedur bereits spielte, war Guerilla. Diese hatten z├╝nftigen Death/Grind mitgebracht und machten ihre Sache recht ordentlich. Die Musik war druckvoll, der Sound stimmte und zum Teil kamen auch gute Melodien zum Vorschein. Alleine das Publikum fehlte noch, wie man unschwer auf den Bildern erkennen kann.
Dies ├Ąnderte sich auch bei der n├Ąchsten Band nicht. Burden of Grief spielten melodi├Âsen Death Metal, der anfangs nicht so begeisterte, im Laufe des Auftritts jedoch gute Stimmung bei den paar Personen hervorrief, die sich im Konzertsaal versammelt hatten. Am Ende wurde noch ein Iron Maiden Cover gespielt, was Zustimmung bei den Anwesenden hervorrief. Der S├Ąnger der Band war auch der erste, der die unglaublich hohen Temperaturen im Gemeindesaal monierte. Recht hatte er, aber es sollte noch w├Ąrmer werden.

Nach dem Auftritt von Burden of Grief war eine Autogramm(viertel)stunde mit Arcturus angesetzt. Wir blieben nat├╝rlich gleich da, um im erwarteten Ansturm der Fans vielleicht auch noch ein Autogramm erhaschen zu k├Ânnen. Diese Bef├╝rchtung stellte sich allerdings als haltlos heraus, denn es wollten lediglich etwa zehn Personen (uns eingeschlossen) ein Autogramm von Arcturus. Erstaunlich, wenn man den Stellenwert der Band und vor allem der Musiker bedenkt. Allein Schlagzeuger Hellhammer hat oder hatte bei nahezu allen bedeutenden Black-Metal-Bands seine Finger im Spiel. Kleiner Auszug: Mayhem, Emperor, Immortal, Covenant, Troll, Shining, Mysticum, Fleurety, Thorns, Winds. F├╝r die ├╝brigen Musiker gilt ├ähnliches; Details kann man auf der Webseite der Band nachlesen.

Und da wollen gerade mal zehn Mann ein Autogramm der Musiker oder mal ein Wort mit Hellhammer wechseln? Ich kann diese Ignoranz nicht fassen! Die Musiker waren wahrscheinlich auch etwas entt├Ąuscht, zumindest war Hellhammer etwas wortkarg. Egal, ich lie├č mir den Presseausweis vollschreiben und dann noch meinen Personalausweis, der nach den Marduk-Autogrammen vom Party San sowieso f├╝r ung├╝ltig erkl├Ąrt wurde. Deadleft kaufte sich daf├╝r extra ein Arcturus-Shirt, f├╝r welches seitdem absolutes Trageverbot gilt.

Als dies vollendet war, begann auch schon der Auftritt von Disillusion. Die Band war f├╝r uns bis dato ein ungeschriebenes Blatt. Die Formation gestaltete sich nun so, da├č links eine Person mit Akustikgitarre und eine weitere Person sa├č. Zur Rechten waren zwei Backgrounds├Ąnger abgestellt, davon einer weiblich war. Dies waren, wie sich sp├Ąter herausstellte, Freunde die den Auftritt begleiteten. Die Stammformation von Disillusion bestand nur aus den anderen drei Leuten auf der B├╝hne. Schlagzeuger, S├Ąnger und Gitarrist. Die Band ├╝berraschte uns und auch einige der, immer noch sp├Ąrlichen, Zuschauh├Ârer. Grundger├╝st der Musik war melodischer Death Metal, der immer wieder durch Zwischenspiele mit der Akustikgitarre, Chorges├Ąngen und anderen Spielereien erg├Ąnzt wurde. Deadleft zeigte sich ├╝berrascht und setzte die Band sofort auf seine Watchlist. Leider konnten wir nicht bis zum Ende bleiben, da wir noch das Abendmahl bereiten mu├čten, um rechtzeitig zum Auftritt von Secrets of the Moon zur├╝cksein zu k├Ânnen.

Nebular Moon
Nebular Moon



F├╝r uns hie├č es nun ab zum Auto und das Mitgebrachte verspeisen. Nach einigen Variationen aus der Festivalk├╝che (Minisalami, Brot, Obst usw.), waren wir rechtzeitig zum Auftritt wieder in der Halle. P├╝nktlich um 22.30 Uhr begannen Secrets of the Moon mit ihrem Auftritt vor nunmehr gef├╝lltem Saal. Dementsprechend gut war auch die Stimmung. SOTM spielten haupts├Ąchlich Sachen ihrer neuen Scheibe 'Carved in Stigmata Wounds', die mir allerdings nicht so zusagt. So fand ich den Auftritt zwar nicht schlecht, aber eben auch nicht herausragend. Deadleft und einigen Fans gefiel er allerdings gut. Jedoch waren alle ├╝berrascht, als SOTM nach dem letzten Titel ohne Kommentar von der B├╝hne verschwanden. Zwischen den letzten Takten und dem vollst├Ąndigem Verschwinden der Band von der B├╝hne vergingen vielleicht f├╝nf bis zehn Sekunden. M├Âglicherweise hatte die Band einen schlechten Tag erwischt, denn auch Backstage waren sie nicht die Gespr├Ąchigsten. Vielleicht geh├Ârt schlechte Laune bei manchen auch zum Geist des Black Metal. Kleine Anmerkung f├╝r Freunde der Statistik: Secrets of the Moon war die einzige Band auf dem Festival, die mit dem typischen Corpse Paint auftrat.

Nach einer halben Stunde Umbaupause sollten dann endlich Arcturus kommen und so entschlossen wir uns, gleich vor der B├╝hne zu warten, um uns gute Pl├Ątze zu sichern. Nun gut, die halbe Stunde verstrich aber der Aufbau war noch nicht fertig. Nun ja, nicht ganz; vielmehr war Hellhammers Schlagzeug noch nicht fertig. Neben den Musikern waren drei Leute mit auf Tour, die sich um den Arcturusaufbau k├╝mmerten, davon einer alleine um besagtes Schlagzeug. So dauerte es dann noch weitere 30 Minuten, bis der Drumboy jede Trommel und jedes Becken einzeln eingestimmt hatte und Meister Hellhammer einigerma├čen zufrieden war.
Aber das Warten hatte sich gelohnt, denn der Auftritt war es wert. Zuerst hatte ich Bedenken, da├č sie nur neue Sachen spielen w├╝rden die mir nicht so sonderlich zusagten. Zwar waren nur einige Lieder vom ersten Album, aber die anderen St├╝cke waren live besser als auf CD, so da├č sich mein Zweifel schnell legte und statt dessen Begeisterung aufkam. Laut dem f├╝r die Musiker ausgelegten Ablaufplan sollten folgende St├╝cke gespielt werden: 'Kinetic', 'Nightmare Heaven', 'Painting my Horror', 'Raudt og Svart', 'Deception Genesis', 'To Thou who Dwellest', 'Alone', 'Absurdum', 'The Chaos Path', 'Morax' und als Zugabe 'Star-Crossed' und 'Radical Cut'. Am Anfang hielt sich die Band auch an diesen Plan, in der zweiten H├Ąlfte des Auftritts gab es dann aber doch noch einige ├änderungen.

Den Fans, die sich mittlerweile zahlreich eingefunden hatten, war das egal. Sie waren vollauf begeistert und feierten jeden Titel und sangen bei den bekanntesten St├╝cken lauthals mit. Wie ich von einer netten Dame im 'Fotobereich' erfuhr, waren neben Deadleft auch einige andere zum Teil mehrere hundert Kilometer angereist. Mit der Informantin habe ich mich angenehm unterhalten und erfahren, da├č sie mit Freunden extra aus Dresden (das waren so 700 km) gekommen waren. Leider hatte ich sie dann an den n├Ąchsten beiden Tagen nicht mehr wieder gesehen. Vielleicht war sie eine der vielen Zugereisten, die nur am Freitag zu Arcturus gekommen waren. Wie sich n├Ąmlich herausstellte, war ca. ein Drittel der Leute am darauffolgenden Tag verschwunden.
Wie dem auch sein, der Auftritt war wie erw├Ąhnt grandios. ├śyvind als neuer S├Ąnger, nachdem Garm die Band verlie├č, konnte durchaus ├╝berzeugen. Hellhammer spielte geschwind, wenn auch nicht meisterhaft und die restlichen Musiker gaben auch ihr bestes und es schien ihnen sichtlich Spa├č zu machen. Zudem hatte man noch zwei T├Ąnzerinnen engagiert, die wei├č bemalt einige Posen darboten, wo es die Musik zulie├č. Die Stimmung tr├╝bte nur, da├č die Gitarre eines Musikers bzw. der Verst├Ąrker, an der sie hing, mehrmals den Geist aufgab. Trotz einiger Reparaturversuche trat der Fehler trat immer wieder auf. Auch das Keyboard und das Schlagzeug machten gelegentlich Probleme. Ansonsten war der Sound aber akzeptabel. Nach gut 70 Minuten Spielzeit war der Auftritt zu Ende und die Band verlie├č unter Begeisterungsst├╝rmen die B├╝hne. In Erwartung einiger Zugaben war die Stimmung bei allen Anwesenden ausgelassen. Aber Arcturus kamen nicht wieder. Trotz massiver Zugabe-Ch├Âre und des guten Zuredens der Veranstalter wollten sie nicht mehr kommen. Es kursierten nun zwei Erkl├Ąrungen: Zum einen hie├č es, die Band sei v├Âllig geschafft und k├Ânnten nicht mehr spielen. Das w├Ąre m├Âglich, zumal sich Arcturus wenige Stunden nach dem Auftritt bereits auf den Weg nach Italien machen mu├čten. Zum anderen hie├č es aber, sie wollten nicht mehr kommen weil die Technik nicht richtig funktionierte. Auf alle F├Ąlle war es eines der besten Konzerte mit guter Musik, guter Stimmung und auch gutem Sound. Aber wie immer in solchen Momenten fiel es viel zu kurz aus.

Da wir uns nicht entscheiden konnten, ob wir nun gl├╝cklich (wegen des Arcturusauftritts) oder ungl├╝cklich (keine Zugaben) waren, entschlossen wir uns, das Nachtlager zu bereiten. Nach der ein oder anderen Gruselm├Ąr mit Taschenlampe schliefen wir auch ein, denn man hatte nur wenig Zeit zum Ruhen. Am n├Ąchsten Tag sollte es schon um 10.00 Uhr (ja, morgens) mit der ersten Band losgehen.


Samstag
Erste Musikkapelle des Tages war Path of Golconda. Und eben diese Band, bzw. ca. 15 Mann ihrer Anh├Ąngerschaft, zeltete, nein hauste, neben unserem Zelt. Einer dieser Truppe hatte wohl gerade Keyboardunterricht gehabt, denn aus einem Kassettenabspielger├Ąt t├Ânte immerfort eine bekannte, ca. 30 Sekunden lang andauernde Zirkusmelodie. Am Anfang noch ganz lustig, aber nach 15 Minuten nur diese Melodie h├Ârend, begleitet von (un)rhythmischen Topfschlagen eines der Zelter (uns seitdem unter dem Namen 'Trommelbube Zacharias' bekannt), veranla├čte uns dann doch, gegen 10.00 Uhr das Zelt zu verlassen. W├Ąhrend immer noch die Zirkusmelodie erklang - teilweise waren auch kleine Patzer in den ├ťbungen versteckt, so da├č man erkennen konnte, da├č es sich nicht um ein Endlosschleife handelte - gingen wir zum Auto, um zu fr├╝hst├╝cken. Aufgrund der bis jetzt gelieferten Beschallung aus dem Path of Golconda-Umfeld zogen wir es vor, das Fr├╝hst├╝ck auszudehnen und diese Krachmacher links liegen zu lassen.

Die Zeit verstrich und es war nunmehr ca. 12.30 Uhr, als wir wieder zum Zeltplatz zur├╝ck gingen. W├Ąhrend der Zwischenzeit hatten auch The Shitheadz (Rock Metal) und Dekadenz (Elektro Metal) aufgespielt. Auf dem Weg dahin trafen wir noch Dr. Draug von Fornost, dem wir dann noch einige Tontr├Ąger abkauften, damit er nicht am Hungertuch nagen oder auf dem Zahnfleisch gehen mu├č.

Danach ging es zu Warchild X, einer Band die es eher mit Gekn├╝ppel statt Melodien hielt. Das erschienene Publikum war mengenm├Ą├čig fast an unser beider H├Ąnden abz├Ąhlbar. Wie bereits erw├Ąhnt, war ein Gro├čteil nur zum Freitag gekommen, was das Mysterium um die B├Ąndchenfarbe am Arm auch l├Âste. Es folgten Prejudice, welche dem gleichen Genre fr├Ânten, so da├č wir noch einige Eink├Ąufe t├Ątigten und es uns dann bei SunnO))) am Auto gem├╝tlich machten. So verpa├čten wir auch Laid in Ashes und Sacrasphemy. Das sind einfach zu viele Bands an einem Tag.

Zur├╝ck kehrten wir zu Dark Suns, die wiederum melodischen Death Metal spielten, jedoch mit einigen Black Metal Einfl├╝ssen. Die Stimmen waren mal hoch kreischend, mal tief grunzend und zu erw├Ąhnen sei, da├č der Drummer zugleich der Hauptvokalist war. Deadleft erinnerte die Musik stark an Opeth; und wie zur Best├Ątigung spielten Dark Suns zum Schlu├č noch eine Coverversion von Opeths 'Window Pane'. Trotz der Tatsache, da├č es schon 18.00 Uhr war, waren nur sehr wenige Besucher gekommen. Das kann auch daran gelegen haben, da├č es in der Halle w├Ąrmer war als in der Sonne vor der Halle. Die Nebelmaschine tat ihr ├╝briges dazu...
Alsbald folgte f├╝r uns der erste H├Âhepunkt des Abends, die Leute von Grabnebelf├╝rsten. Leider waren immer noch nicht viele Leute da und jene, die gekommen waren, verbreiteten nicht die Stimmung, welche die F├╝rsten verdient h├Ątten. Man mu├č zugestehen, da├č die Musik bisweilen durchaus komplizierte Rhythmen und Melodien hat und eventuell deshalb der Funke nicht recht ├╝bersprang. Wir kannten jedoch die Alben und wir waren uns einig, da├č sowohl die gespielten St├╝cke als auch der Sound gut war.
Den zweiten H├Âhepunkt stellten Nebular Moon dar, zumindest f├╝r mich. Deadleft war da verhaltener. Sie spielten zum Teil Titel ihrer neuen CD als auch Songs der fr├╝heren Alben. Die Stimmung war gut, denn mittlerweile f├╝llte sich der Saal mit den noch verbliebenen Festivalbesuchern. Es war auch die erste (uns bekannte) Band, die an diesem Tag ernst gemeinte Zugaberufe erhielt.

Mittlerweile waren die Auftritte im ca. 15 Minuten vorgezogen, so da├č Helrunar bereits 21.15 Uhr ihren Auftritt hatten. Die deutsche Newcomerband konnte gerade einen Plattendeal mit Prophecy einheimsen und sollte hier zeigen, was sie auf der B├╝hne leisten k├Ânnen. Dies war zudem ihr erster Live-Auftritt, jedoch lie├čen sie sich nichts anmerken. Sie unterhielten das begeisterte Publikum mit konventionell nordischem Black Metal. Sie haben durchaus Potential und man wird schauen, was draus wird.
Nun folgten Abaddon, sieben Leute die sich orchestralem Metal verschrieben hatten. Wahlweise wurde die M├Ąnnerstimme benutzt oder die Frau ans Mikro gelassen, die dann in siebenb├╝rgenscher Manier mit 'aaahs', 'ooohs' und anderen Vokalen das Publikum drangsaliert. Nun gut, damit meine ich vorrangig uns, denn einem Gro├čteil scheint es gefallen zu haben. ├ťberhaupt war die Musik sehr klischeehaft und mit pomp├Âsen Effekten zugekleistert. Da half es auch nicht, da├č sie Griegs 'In der Halle des Bergk├Ânigs' verwurstelten. Langsam nervt es: Jede noch so kleine Band covert diesen Klassiker, so da├č man ihn bald nicht mehr h├Âren kann! Interessant war aber, da├č Daruis Widera, der S├Ąnger von Sacrasphemy und Nebular Moon hier am Keyboard stand und somit den dritten Auftritt am Tag bestritt. Er ist auch einer der K├Âpfe hinter dem Nebelmond e.V. (Nebelmond - Nebular Moon; na klingelt's?!), welcher das Festival organisiert.
Aufgrund der Musik gingen wir dann auch wieder zum Kraftfahrzeug, um uns einer letzten St├Ąrkung mit Nahrung und diversen Fl├╝ssigkeiten zu unterziehen.

Laut Running Order sollten nun, Schlag Mitternacht, The Vision Bleak als Headliner spielen. Ich kannte sie nur von CD und will es mal so ausdr├╝cken: Das Album war gut produziert, sie beherrschen
ihre Instrumente und auch das Booklet der CD war sch├Ân gemacht. Mehr aber auch nicht. Uninspiriertes Ged├Âns voller seichter Melodien mit ein paar langweiligen Drumeinlagen. Deadleft konnte nur noch den Kopf sch├╝tteln; der S├Ąnger mimte den M├Ąrchenonkel und unterst├╝tze den Vortrag durch die ewig gleichen und vollkommen ├╝bertrieben theatralischen Gesten. Die Musik ist zudem keiner Rede wert. Einfacher und eing├Ąngiger geht's nimmer. M├Âglicherweise kann man damit einen Clubhit landen; f├╝r ein Metalfestival taugt die Sache nicht. Es leuchtete uns nicht ganz ein, warum man diese Band als Headliner f├╝r das Festival gebucht hatte. Zwar m├Âgen sich The Vision Bleak (bzw. eher die Bands der beteiligten Musiker) einiger Beliebtheit erfreuen aber der gek├╝nstelte und zugleich einf├Ąltig simple Stil von The Vision Bleak pa├čte ├╝berhaupt nicht zum restlichen Festivalprogramm. Sicherlich sind sie gro├čartige Musiker, schlie├člich haben beide Musiker wesentlichen Anteil an den Bands Empyrium oder Sun of the Sleepless. Aber dieses, ja, wie soll man es nennen, Geschichtenerz├Ąhlen mit Musikunterst├╝tzung langweilte uns von Anfang an. Deshalb entstand schnell der v├Ângerinterne Bandname 'Division Bleak', wobei 'bleak' hier mit '├Âde' ├╝bersetzt werden darf. Die noch ca. 50-100 Leute die da tapfer ausharrten, konnten nach anf├Ąnglicher Irritation dem Ganzen noch ein wenig abgewinnen. Einige forderten Material vom Empyrium-Album 'Song of Moors and Misty Fields', worauf der S├Ąnger antwortete: 'Wir haben einen ├Ąhnlichen Song'. Wer's glaubt...

Aber Musik ist schlie├člich Geschmackssache, so da├č unsere 'Zu-Mu-Tung'-Rufe durch einige Zugabe-Rufe gest├Ârt wurden und letztlich noch einmal 'Deathship Sinfonie' gespielt wurde. Wir blieben eigentlich nur noch, weil wir nichts bessere zu tun hatten und noch Material f├╝r belastende Fotos und h├Ąmische Texte ben├Âtigten.


Sonntag
Der Sonntag verging relativ schnell. Alles zusammenpacken, gem├╝tlich fr├╝hst├╝cken und dann ab nach Hause, mehr oder minder weit. Wir kamen zu dem Schlu├č, da├č sich das Festival auf jeden Fall gelohnt hat. 15 Euro Eintritt sind fast geschenkt, die Besucherzahl ist angenehm, die Umgebung gut, die Toiletten waren immer sauber und f├╝r Speis und Getr├Ąnk ist gesorgt.
Die Bandauswahl war zwar nicht perfekt, dennoch bleiben auch einige Pluspunkte in Erinnerung: 1. Secrets of the Moon k├Ânnen - trotz schlechter Laune - auch auf der B├╝hne ├╝berzeugen. 2. Zu den Neuentdeckungen des Festivals geh├Âren f├╝r uns Disillusion und Dark Suns. 3. Arcturus live auf einer B├╝hne sind magisch und einmalig. Wer sich das hat entgehen lassen (m├╝ssen), ist zu bedauern.

[1] kann nachtr├Ąglich eingef├╝gte Formulierungen der Besch├Ânigung enthalten

Wehrmut am 05.06.2005




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