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Rain in Blood

Under the black Sun VI

Taake, Destr├Âyer 666, Impiety, Akrival, Skyforger, Zemial, In Aeternum, Dies Ater, Kerberos, Nemesis Occulta, Bael, Salacious Gods, Corpus Christi, Gosforth, Zarathustra, Misanthrophy, Elite

Ort: Ahlimbsm├╝hle / Ahlimbsm├╝hle
Datum: 11.07.2003 bis 12.07.2003


Freitag
Nun, lange ist es her, da ich auf einem Festival war. Doch dieses Jahr hatte wieder Zeit, etwas Geld und die Bands stimmten auch; also stand einem Ausflug nichts mehr im Wege. Geplant war es, das diesj├Ąhrige Under the black Sun zu besuchen, wo unter anderem auch Taake spielen sollten. Mit einigen Ausnahmen war der Rest des Billings recht unbekannt und somit konnte man das Event durchaus als Untergrundfestival bezeichnen, auch wenn es mittlerweile mehr als gesch├Ątzt sein sollte.
Nachdem wir uns also am Morgen noch schnell mit allerlei Backwerk und Getr├Ąnken eingedeckt hatten, fuhren wir gen Norden, um die St├Ątte des UTBS 2003 zu finden. W├Ąhrend der angenehmen Fahrt im klimatisierten Wagen wurden die Fahrzeuge mit deutlich metallischem Gesindel an Bord auf den Stra├čen immer mehr, so dass wir nicht mehr weit entfernt sein konnten. Ohne an einen der durch die lange D├╝rreperiode fast kahlen B├Ąume zu prallen, fuhren wir die brandenburgischen Alleen entlang, um dann einen gekonnten Haken links auf ein Feld zu machen. Allerdings war es eine Einfahrt zu sp├Ąt, so dass wir das noch leere Gel├Ąnde 'von Hinten' aufr├Ąumten. Nachdem wir das Fahrzeug abgestellt hatten, gingen wir zum Ordnungspersonal, um uns das obligatorische B├Ąndchen abzuholen. Dort durften wir auch gleich einen M├╝llbeutel f├╝r einen Pfand von 'nur' f├╝nf Euro ausleihen und erfuhren, dass Azaghal nicht kommen w├╝rden. Entweder sitzt einer im Gef├Ąngnis oder jemand hat einen Tumor. Vielleicht auch beides, so genau wusste das keiner.

Nachdem wir dies erledigt hatten, bauten wir die Zelte auf. Beziehungsweise ich baute auf und Heiko schnippte einmal mit seinem Finger, wodurch sein Schnellbau-Zelt in 30s stand. Als aber auch das vollbracht war, wollten wir zur B├╝hne laufen, da es erst 14.00 Uhr war und der Start gegen 18.00 Uhr erfolgen sollte. Am Eingang angekommen staunten wir nicht schlecht, als da ein kleines 'B├╝hnchen' vor uns stand, welches nicht gr├Â├čer als bei einem mittleren Konzertsaal war. Nun gut, h├Ątten wir das auch gekl├Ąrt. Zur├╝ck am Zelt fingen dann die Besucher auch langsam an, neben den Utensilien f├╝rs Konzert ihre Gesinnung auszupacken. Hier ein freundliches 'Heil Hitler', da etwas braunes Musikgut und schier im ├ťberfluss Textilien mit unverkennbaren Aufdrucken. Willkommen im Land der designierten Jungend!
Nach einiger Zeit dr├Âhnte dann wenigstens etwas von den Grabnebelf├╝rsten aus den gegen├╝berliegenden Autoboxen heraus, so dass wir in Ruhe unsere erste Speisung vornehmen konnten. So ganz nebenbei ist uns aufgefallen, dass viele Ausl├Ąnder angereist waren. Die Nummernschilder reichten von den ├╝blichen Polen, ├ľsterreicher, Niederl├Ąnder, Schweizer bis zu Franzosen, Portugiesen, Schweden und ich glaube selbst Kanadier waren da, obwohl die bestimmt nicht nur wegen diesem einen Festival im Lande waren.


Regenwetter
Regenwetter



Als erste Band spielten die Deutschen Akrival und starteten das Festival mit passablen Black Metal. Danach folgte mit Kerberos eigentlich ein Ein-Mann-Projekt aus den Niederlanden. Allerdings wurde hier noch eine zweite Kraft angeworben, welche, wie sich sp├Ąter herausstellte, den Gesang und die Bedienung des Drumcomputers ├╝bernahm. Fragt sich also an dieser Stelle, wer auf der CD singt. Der Sound war gut und die Musik nicht schlecht. Es waren harte Drumrhythmen und eine sch├Âne Stimme, allerdings mit wenig wechselhaften und originellen Texten.
Schon mit einer Stunde Versp├Ątung kamen dann nicht wie angek├╝ndigt Nemesis Occulta, sondern die Franzosen Bael, die eigentlich erst am folgenden Tag spielen sollten. ├ťberzogen mit gutem Corpse Paint boten sie eine Mischung aus Gekn├╝ppel und Geschrei, der jedoch ob der geringen Zuschauermenge etwas ins Leere lief. Danach kamen wie angek├╝ndigt die Mexikaner Nemesis Occulta, die eine gute Performance darboten und auch einen druckvollen Sound hatten. Allerdings waren die Songs sehr ├╝bersteuert, was das Ganze wieder etwas schm├Ąlerte. Dies ├╝bertrug sich wahrscheinlich auch auf das Publikum, welches dem Schauspiel etwas lethargisch folgte. Da half dann auch ein 'Fucking crowd (oder Kraut?!)' von Nemesis Occulta nicht viel. Gegen 21.30 Uhr folgten Salacious Gods mit 75 min├╝tiger Versp├Ątung. Ihre gute Darbietung tr├╝bte nur der einsetzende Regen, der uns dann wieder zum Auto trieb.
Ausger├╝stet mit Regenbekleidung kamen wir zu Dies Ater zur├╝ck, die uns jedoch nicht sonderlich zusagten. Belanglose Musik und zum Gl├╝ck auch nur drei Zugaben. Jedenfalls waren wir dann soweit durchn├Ąsst, dass wir wieder zu den Zelten zur├╝ck sind. Corpus Christi haben wohl noch angefangen zu spielen, aber Destr├Âyer 666 und Taake haben dann auf Grund des Regens und dem damit verschwundenen Publikum nicht mehr gespielt. Allerdings soll auch ein zu hohes Ma├č an Alkohol im Spiel gewesen sein.


Samstag
Am n├Ąchsten Tag nahmen wir gen├╝sslich unser Fr├╝hst├╝ck ein und fuhren dann etwas in der Gegend herum. Ein wenig mehr Geld vom Automaten holen war ein Ziel und bei einer gro├čen Restaurantkette einkehren das andere. Immer wieder gut die Toiletten und das Essen...na ja, Hauptsache 'was Warmes im Bauch'! Danach fuhren wir ein paar Orte weiter an den Hort Heikos Jugend, nach Legebruch. Nicht unweit von der 'Stra├če der Jungen Pioniere' (├älteren vielleicht noch besser als 'Hermann G├Âring Allee' bekannt) waren wir bei einem Freund vom ihm und ich durfte mir Schw├Ąnke aus alten Zeiten anh├Âren.
Zur├╝ck am Festival hatten wir die erste Band, Elite aus Norwegen, schon verpasst, da der Begin um circa eine Stunde nach vorn verlegt wurde. Wie mir aber berichtet wurde, haben wir nichts verpasst. Die folgende Gruppe Gosforth aus Italien war auch kein Ohrenschmaus. Und ├╝berall spielte die (Zitat) 'Black Metal Nutte' von Lugubre mit. Er wurde von einer Band zur andere gereicht.
Ich hoffe die folgenden Bands sind in der richtigen Reihenfolge, da der ausgeh├Ąngte Spielplan ziemlich durcheinander kam. Dies lag an der Versp├Ątung von Bands, da diese durch den verfr├╝hten Beginn (Destr├Âyer 666 und Taake mussten am Abend ja noch angef├╝gt werden) noch nicht vollst├Ąndig angekommen waren. Misantrophy aus Amerika hatten zwar den einen von Kerberos im Team, spielten allerdings nach unserem Ermessen schlecht. Da sind wir lieber zu den Verkaufsst├Ąnden gepilgert. Mit Lugubre, die kurzfristig mit einsprangen, und In Aeternum folgten zwei Bands mit langweiligem Gekn├╝ppel. Also ab zum Zelt und wieder mal was essen. Mit Zarathustra kam wieder eine bessere Band, allerdings war der Sound nicht der beste, was der Stimmung jedoch keinen Abbruch tat. Nachdem wir gesehen hatten, dass die gebrauchten Getr├Ąnkebecher einfach ausgewaschen werden, haben wir es vorgezogen kein Getr├Ąnk mehr zu konsumieren. Als dann gegen 21.00 Uhr Destr├Âyer 666 kamen, war der Platz vor der B├╝hne gut gef├╝llt. Mit druckvollem und professionellem Sound spielten die Australier ihr Programm durch, aber Stimmung wollte nicht so recht aufkommen. Vielleicht lag es auch daran, dass es noch hell war.

Mit Skyforger folgte f├╝r uns im Nachhinein der eigentliche H├Âhepunkt des Festivals. Die Letten spielten guten Viking Metal mit Heldenges├Ąngen und trotz des leichten Regens und dem Ausfall der Lichtanlage waren die angereisten Metaller begeistert. Als dann der Regen etwas heftiger fiel, gingen wir begleitet von Hitlergr├╝├čen wieder zum Auto und somit ins Trockene. Das taten auch viele andere womit die Wagen gut gef├╝llt waren und bedingt durch Langeweile auf dem Zeltplatz startete ein gemeinsames (Licht-) Hupkonzert. Ach ja, nat├╝rlich auch hier und da ein Sieg Heil. Als dann 'Bomben auf Engelland' kam, war es f├╝r uns an der Zeit wieder zum Festival zu gehen. Dort angekommen, war schon gar keine Einlasskontrolle mehr vorhanden. Bei Zemial waren dann auch wieder drei Leute, die vorher schon in anderen Bands mitgespielt hatten. Mit zum Teil langen Passagen ohne Gesang und einem leidlichen Drumsolo konnte keiner der Anwesenden etwas anfangen. Allerdings klangen sie ziemlich nach Immortal, sowohl vom Gesang als von der Musik.
Gegen 1.15 Uhr am Morgen erschienen Impiety aus Singapur und spielten guten und harten Metal, der mich jedoch nicht sonderlich begeistern konnte. Darum ich bin ich zur├╝ck zum Wagen, um noch etwas Schlaf bis zum Taakeauftritt nachzuholen. Nach einer Stunde sollten Impiety fertig sein, so dass ich mit einer f├╝nfzehn min├╝tigen Umbaupause erst wieder gegen 2.30 Uhr erscheinen brauchte. Nun ja, nachdem ich mit voller Fotoausr├╝stung vor der B├╝hne eine halbe Stunde leicht fr├Âstelnd gewartet hatte, kamen um Uhr in der Fr├╝h Taake und betraten selbige. Die Show der Norweger war gut und der Sound hat auch gestimmt, allerdings war nach nur sieben Titeln Schluss (maximale Endzeit f├╝rs Festival ├╝berschritten) und Herr H├Şst warf w├╝tend sein Mikrofon zu Boden. Die Menge war genauso erbost wegen des, im wahrsten Sinne des Wortes, fr├╝hen Endes. Also blieb auch mir nichts anderes ├╝brig als zum Zelt zur├╝ck zu gehen und 3.45 Uhr war ich dem Schlafen sehr nahe.


Sonntag
Als ich dann 6.45 Uhr wieder erwachte, sah ich dass Heiko schon lange aufgestanden war und zusammengepackt hatte. Froh, dass er nicht auch schon losgefahren war, baute ich schnell alles ab und wir konnten los. Vorher wollten wir noch den M├╝llbeutel abgeben und die 5 Euro Pfand zur├╝ckfordern, aber es fand sich einfach kein Abnehmer. Wie sich sp├Ąter herausstellte, waren die Ordnungskr├Ąfte nach dem Auszahlen des Lohnes am Abend kurzerhand schon abgereist und lie├čen die dageblieben drei Leute von Folter Records im bildlich Regen stehen.


Fazit
So richtig gelohnt hat sich das Festival f├╝r mich nicht, da es eine lange Anreise war und die Bands die mich interessiert h├Ątten (Azaghal, Taake) entweder nur kurz oder gar nicht spielten. Zudem war das 'Klima' auf dem Zeltplatz recht braun und es soll auch zu Vandalismus und Schl├Ągereien durch die daf├╝r bekannte Berliner Band Cryogenic gekommen sein, das habe ich allerdings nur geh├Ârt. F├╝r Fans des Undergrounds ist das Festival aber sicher kein Fehler, zudem auch immer bekannte Highlights der Szene anwesend sind. Vielleicht hat ja Folter n├Ąchstes Jahr mehr Gl├╝ck mit der Security, dem Wetter und den Fans.

Wehrmut am 05.06.2005




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