Tod und Verderben seit MCMXCVI! Suchen | Kontakt | Impressum
Kopfbild
Startseite | Konzertberichte | Party.San Open Air VI

.:: True :: UnTrue ::.

» Schnellauswahl «
A B C D
E F G H
I J K L
M N O P
Q R S T
U V W X
Y Z Andere
Splits Sampler

Berichterstattung
  · Konzertberichte
  · Konzertfilme
  · Gesprńche
  · H÷ren & Sehen
  · Streitfńlle

V÷nger
  · Kommerz   · Personal
  · Marschmusik
  · Selbstdarstellung
  · Familienalbum
  · Karriere

» Schnellsuche «

Schwarz-Braun ist der Metalgru├č

Party.San Open Air VI

Manos, Die Apokalyptischen Reiter, Embraced, Finntroll, Postmortem, Herbststurm, XIV Dark Centuries, Disaster K.F.W., Burden Of Grief, Suidakra, Viu Drakh, Grief Of Emerald, Graveworm, Crack Up, Necrophobic, Amon Amarth, Helheim

Ort: Bad Berka / Flugplatzwiese
Datum: 10.08.2000 bis 12.08.2000


Lange hat es gedauert bis sich das V├Ângerteam endlich einmal entschieden hat, ein Festival zu besuchen und so wurde den ganzen Fr├╝hling ├╝ber nachgedacht, welches der vielen gro├čen und kleinen Open Airs man doch besuchen wolle. Viele der Termine lagen jedoch ung├╝nstig und so blieb nicht mehr viel ├╝brig. Das Party.San Open Air in Bad Berka war dann aber ein w├╝rdiger Einstieg ins Festivalleben. Doch trotz aller Bem├╝hungen gelang es mir nicht auch nur einen weiteren Mitstreiter zu finden (keine Zeit, kein Geld, keine Lust...) und so blieb dann nichts anderes ├╝brig, als mutter- und vaterseelenalleine nach Th├╝ringen zu fahren und zu erforschen, ob es dort mehr gibt, als Rostbratwurst und Kl├Â├če.


Donnerstag
So belud ich dann am 10. August 2000 den Vl├Âtsa mit allen n├╝tzen und unn├╝tzen Utensilien und brauste, nur durch die eine oder andere Baustelle und diverse Fastfoodketten aufgehalten, in Richtung Veranstalltungsort, um dann am fr├╝hen Abend an einer Zeltstadt etwas au├čerhalb von Bad Berka anzukommen. An dem Kassenh├Ąuschen fragte ich nach der mir versprochenen VIP/PRESSE-Karte (protz) aber da dort niemand so recht Bescheid wu├čte, wurde ich auf den n├Ąchsten Tag vert├Âstet, wo sie dann mehr zu wissen glaubten. 'Naja, das f├Ąngt ja schon mal gut an!' dachte ich so bei mir und suchte mir ein heimeliges Fleckchen Graslandschaft aus, auf dem ich die n├Ąchsten drei Tage mein Lager und Zelt aufzuschlagen gedachte. Also ├Âffnete ich die Heckklappe und wollte gerade dar├╝ber Sinnieren, warum ich das ganze Zeug mitgenommen habe, aber dazu kam ich gar nicht, denn schon laberte mich ein noch freundliches, jedoch durch den Alkohol schon etwas aufgedunsenes rotes Gesicht an, was da├č denn f├╝r ein Aufkleber auf meinem Auto w├Ąre. Nett wie nun mal bin, erkl├Ąrte ich ihm, da├č es sich um das allseits bekannte und geliebte V├Ânger WebZine handelt und bot ihm gleich einen des noch druckfrischen neuen Samplers 'Furor Teutonicus' an. Allerdings interessierte er sich weniger f├╝r die Musik der Bands als deren Herkunft und wollte andauernd und mit der Trotzigkeit eines kleinen Kindes wissen, ob die Gruppen denn auch 'arisch' w├Ąren. Jedoch begn├╝gte er sich nicht mit meiner Aussage, da├č alle Bands aus Deutschland kommen, wollte er doch wahrscheinlich ein deutliches 'Ja, sie sind arisch, spielen NSBM und klingen wie Absurd' h├Âren. Zum Gl├╝ck zog er dann doch ab und ich konnte auspacken.

Helheim
Helheim



Als es dann Abend wurde, freute ich mich wegen der k├╝hlen Temperaturen hier drau├čen auf dem Land auf das angek├╝ndigte Lagerfeuer und die Party mit DJ 'Rakete'. In dem Zelt sa├č dann ein einsamer Mensch bei seinem Soundequipment und hatte mit technischen Problemen zu k├Ąmpfen, so da├č einige Titel (u.a. von XIV Dark Centuries) wegen Spr├╝ngen und gro├čem Kratzen abgebrochen werden mu├čten. Dies st├Ârte die 'angeheiterte' Menge jedoch nicht, die selbst bei Dimmu Borgir mitschunkelte. Wieder am Feuerchen, umringt von ca. 20 Mann, angelangt, schaute ich mir das anwesende Publikum etwas genauer an: Betrunke, die gef├Ąhrlich nah am Feuer hockend dem Entschlummern kaum Einhalt gebieten konnten und nur durch in sie einschlagende Funken wieder aufschreckten, Personen in den obligatorischen Absurd- und Graveland-Shirts, die ihr braun angehauchtes Gedankengut potentiellen neuen Mitgliedern unterbreiten und 'Onkel' Pest von den Apokalyptischen Reitern. Ich gesellte mich dann zu meinen Zeltnachbarn, Karsten und Sven aus Fulda, und einem anderem Menschen, welcher auch kein anderes Thema als 'die gute alte Zeit' hatte. Der Einfachheit, der sp├Ąten Stunde und des Promillespiegels halber schlug er vor, man solle sich doch nur beim ersten Buchstaben des Namens nennen, das w├Ąre dann nicht so schwer. Also erz├Ąhlte 'H' 'K', 'S' und mir (auch 'S'), da├č Hendrik M├Âbus einfach zu intelligent f├╝r diesen Staat sei (allerdings doch nicht so clever, als da├č man ihn nicht hat wieder fassen k├Ânnen!) und er ja eigentlich Ausl├Ąnder mag, solange sie zu Hause arbeiten! Naja, aufgrund dieses mit der Zeit etwas eint├Ânigen Monologes und der K├Ąlte begab ich mich zur Nachtruhe, vorbei an feuerspuckenden Black Metallern und Gindcore Autos, deren Heckscheibenaufkleber (eine durchgestrichene Note!) nichts gutes zu verhei├čen schienen, in mein Zelt und versuchte zu schlafen, was allerings durch die Dauerbeschallung bis 6.00 Uhr und ab 7.00 Uhr kaum gelang.


Freitag
Am n├Ąchsten Morgen labte ich mich an der mitgebrachten Speise, erhielt nach einigem Suchen meine Pressekarte und konnte somit vorzeitig das Konzertareal erst├╝rmen, in dem die ca. 19 Merchandisingst├Ąnde gerade aufbauten. Ich schaute mich ein wenig um und kaufte mir einige CDs und Deadleft eine LP, mit der er jedoch keine Freude hatte, da sie wegen der gro├čen Temperaturschwankungen im Auto (9┬░C - 50┬░C) sp├Ąter einige Deformationen aufwies. LPs halt! Sp├Ąter holte ich mir dann eine Th├╝ringer Rostbratwurst (also ich hatte schon bessere gegessen) an einem der Cateringst├Ąnde, wo dann auch wieder der 'nationalbewu├čte' Musikfreund stand und sich beschwerte, da├č bei ihm im Westen der Service besser w├Ąre! Der Mensch fiel mir noch des├Âfteren auf, zum Beispiel als er erkl├Ąrte, da├č der ostdeutsche Hitlergru├č besser w├Ąre als der im Westen der Republik. Anscheinend wird man dieses Gesindel einfach nicht mehr los. Wie aasfressende Kakerlaken vermehren sie sich in der BM-Szene und zerst├Âren einen kleinen Hort der Besinnung und Ruhe!

Naja, jedenfalls war es dann 18.00 Uhr und XIV Dark Centuries erklommen die B├╝hne und spielten St├╝cke ihrer CD 'For Your God', hatten jedoch als Opener und vor knapp 40 Mann kaum die Chance, Begeisterungsst├╝rme zu entfachen, obwohl sie viel Energie mitbrachten und die St├╝cke auch gut waren. Als n├Ąchste Band folgten Herbststurm, die jedoch nur ein L├╝ckenf├╝ller waren, da einige Bands nicht kamen. Asphyx hatten sich einen Tag vor Festivalbeginn wegen psychischer Probleme eines ihrer Bandmitglieder aufgel├Âst und Marduk kamen auch nicht. Daf├╝r spielten Manos als Headliner am Abend und Helheim wurde am letzten Tag die Hauptband, so da├č eine Gruppe fehlte und Herbststurm reinrutschte. Allerdings waren sie eher belusitgend als gut, denn mit einem Schlagzeug, einer Gitarre und einem S├Ąnger kann nicht viel gutes rauskommen. Zudem sprang besagter S├Ąnger in seinen Lackschuhen, schwarzer Hose, wei├čem Unterhemd und hochrotem Klatzkopf wie Rumpelstielzchen auf der B├╝hne herum und versuchte den Text ins Mikrophon zu kreischen. Viel besser wurde es dann nicht, als Postmortem ihre Show mit dem Ger├Ąuschen ihrer Handkurbelsirene begannen. R├Ąudiges Rumgedresche auf den Drums und Gitarrengeleier konnten nicht viele der Fans begeistern und so freute ich mich, als ihr Auftritt (dem Zeitplan nach zu kurz, aber wen k├╝mmert's) endlich zu Ende war.

Jetzt kamen Finntroll, welche mich mit ihren folkloristisch angehauchten Keyboardattacken sofort begeistern konnten und auch dem mitlerweile angewachsenen Publikum einheizten. Auch optisch hatten die an Wikinger erinnernden Mannen etwas zu bieten. Mitgerissen von der Musik verflog die Zeit bis zum Auftritt von Embraced wie im Flug und ihr durchschnittlicher Black Metal interessierte mich kein bi├čchen, denn gleich kamen Die Apokalyptischen Reiter! So brachte ich meine Fotoausr├╝stung noch einmal auf Hochglanz, wechselte den Film und st├╝rmte vor die B├╝hne, wo schon 'Dr. Pest' stand und an seinem Keyboard herumprobierte. Verschmitzt wie immer blickte er die Menge an, lachte hier und da jemanden an, nachdem dieser ihn (wohl als Witz gedacht) als Schwuchtel oder dergleichen tituliert hatte. Sodann kam auch der Rest der Reiter (Eumel mit rot bemaltem Gesicht, Volkmar mit immer l├Ąnger werdenden Haaren und der neue Drummer Sir G., welcher den ausgestiegenen Skeletton ersetzt) und die Show konnte beginnen. Wie vom Blitz getroffen zuckte ich zusammen, als pl├Âtzlich der sonst immer ruhige, zur├╝ckhaltende Pest auf einmal anfing, ins Mikrofon zu br├╝llen. Noch etwas verwirrt lauschte ich den St├╝cken, meist von dem zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienen 'All you Need is Love' Album, um festzustellen, da├č diese h├Ąrter geworden waren als auf den letzten beiden Alben. Zudem wurde der fr├╝here Gesangspart von Skel auf Pest und Volkmar aufgeteilt, so da├č die alten St├╝cke nicht so sehr ├╝berzeugen konnten. Zwar wurden 'Hits' wie 'Dschinghis Khan', 'Metal Will Never Die' oder 'Vader' gespielt, doch wohl mit R├╝cksicht auf den neuen Drummer (welcher ├╝brigens nicht schlecht spielt) eher die neueren Songs. Da diese jedoch keiner kannte, mu├č ich gestehen, da├č bei fr├╝heren Reiter-Konzerten die Stimmung besser war.

Nun ja, der neue Tag war bereits angebrochen, da kam die letzte 'Band' des Abends auf die B├╝hne: Manos! Ich hatte schon viel von ihnen geh├Ârt aber was ich da sah, ├╝berbraf meine gr├Â├čten Vorstellungen/├ängste: ein mit zugeklebter Hornbrille, Dederonsch├╝rze, Schwei├čerhandschuhen und allerhand Sachen aus dem Rot Kreuz Container bekleideter Mensch sprang mit einer Gitarre, an der ein Strohbesen, eine Latte und ein alter Beutel befestigt waren (unbedingt Fotos ansehen!), ├╝ber die B├╝hne und spielte Songs, die einer Mischung aus JBO und Knorkator glichen, jedoch nur besser und auf Metal. Anscheinend kannten viele die ostdeutsche Kultcombo, wodurch eine gro├čartige Stimmung aufkam, als Kracher wie 'Einer geht noch...', 'Bad Chicken Attack' oder ein Coversong von 'Biene Maja' gespielt wurden. Aber auch der sch├Ânste Abend endet einmal und so fiel ich in mein kaltes Zeltbett und schlummert, Oropax sei dank, bis zum n├Ąchsen Morgen.


Samstag
Selbigen begann man dann wieder mit einem kargen Mahl und wanderte danach Richtung Konzertwiese, wo es einen Ritterschaukampf geben sollte. Zuerst war aber ersteinmal 'Fr├╝hschoppen mit Bed Rock 5', einer Rock'n'Roll Band, angesagt. Nach dieser etwas genrefremden, aber dennoch gut angekommenden Einlage, versammelte man sich auf der Wiese, wo gegen 13.00 Uhr, in gluthei├čer Sonne, die Ritterk├Ąpfe beginnen sollten. Karsten und Sven teilten sich eine erstandene Flasche Met, die ich, der daraus resultierenden Folgen bewu├čt, dankend ablehnte. So begannen dann die Mannen in verschiedenen Gew├Ąndern ihr sprichw├Ârtliches Blutbad (einer verletzte sich am Kopf und hatte eine Platzwunde!) und die Menge hatte einen 'Heidenspa├č', schrien immer wieder Slayer, als der S├Ąnger dieser Gruppe auf seiner Gitarre klimperte, bejubelten den Sieg der Schottendelegation ├╝ber die 'Christenfeinde' und erg├Âtzten sich an den dieversen Trinkspielen, die als Strafe f├╝r zu aufm├╝pfige Zuschauer dienten.

Nach einer kurzen Pause der Erholung enterten 15.00 Uhr Disaster K.F.W. (Klassischer Friedhof Weimar), mit Skel an den Drums, die B├╝hne und fegten den letzten Rest des Morgenkaters mittels deftigem Metals weg! Die nachfolgenden Bands, Burden of Grief und Suidakra, spielten Mainstream Black Metal, welcher nur Teile der Menge begeistern konnte. Unter anderem schlief auch Karsten, benommen von dem Met, den vielen Bieren und der Sonne, unter dem Soundturm den Schlaf der Gerechten. Auf das Gebolze von Viu Drakh folgten wieder gewohnte Black Metal Kl├Ąnge von Grief Of Emerald und Graveworm, ehe mich die V├Ânger-'Lieblingsband' Crack Up zu einem st├Ąrkenden Abendbrot ans Auto zwang. Gut ger├╝stet begab ich mich gegen 22.00 Uhr wieder zur B├╝hne, wurde zum ca. zehnten mal an diesem Tag von den Ordnern abgetastet, von wo Necrophobic mit ihrer Death-Grind-Mischung f├╝r gute Stimmung sorgten, gefolgt von Amon Amarth, welche den gleichen Stil darboten, jedoch die Menge mit einem 'Wie geht es Ihnen?' begr├╝├čten. Den Abschlu├č des Abends (oder sollten wir lieber den Anfang des neuen Tages sagen?!) stellten Helheim, in Kettenhemd und Kapuzencapes geh├╝llt, dar, die dem Party.San Open Air eine w├╝rdiges Ende bereiteten und die ca. 1500 angereisten Metalmaniacs mit ihrem nordischen Metal zu begeistern wu├čten.


Sonntag
Am Sonntag, die letzten, fast schon lebenden, Essensreste verzehrend und das wie immer vom Tau triefend nasse Zelt in der Morgensonne trocknend, wurde dann schnell zusammengepackt und die Heimreise angetreten, da der Bedarf an einer gr├╝ndlichen K├Ârperreinigung und vor allem an einem s├Ąttigenden Mahl schon sehr gestiegen war.
Alles in allem war es f├╝r mich ein gelungenes Festival das mich anspornt, auch weiterhin derartige Events zu besuchen. Und selbst wenn einen nicht alle Bands gefallen die auftreten (man kann es ja wie immer nicht allen recht machen, besonders bei Festivals), sollte man doch mindestens einmal das Flair eines Open Airs erlebt haben!

Wehrmut am 04.06.2005




::: zur Galerie (26 Bilder) :::


.:: zurŘck :: nach oben ::.


» Lies dies! «

» Kauf mich «

» Deine Karriere «

© 1996-2019 Vönger
erstellt durch dunkelland - metalArt
Unser RSS-Feed Get Firefox