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Hell is hot!

Party.San Open Air IX

Marduk, Kataklysm, Behemoth, Desaster, Dark Fortress, Verstärkertod, God Dethroned, Naglfar, Aborted, Primordial, Helheim, Buried God, Tenebre, Postmortem, Resurrected, Disbelief, Malevolent Creation, Vader

Ort: Bad Berka / Flugplatzwiese
Datum: 07.08.2003 bis 09.08.2003


Donnerstag
Wie jedes Jahr im August fand auch diesmal das Party.San Open Air statt. Anfangs wollte ich nicht daran teilnehmen, als ich jedoch von Heiko mehr als bedrängt wurde, doch gefälligst mitzukommen und er mir ein Angebot vorschlug, das ich nicht ablehnen konnte, entschied ich mich dann doch am Mittwoch, donnerstags zum Festival mitzukommen.
Nun denn, also sollte es am nächsten Morgen losgehen. Schnell noch die nötigsten Sachen zusammengepackt und als dann Heiko, wie schon zum Under the Black Sun zu spät, kam, konnten wir in der wohl klimatisierten Nobelkarosse gen Bad Berka brausen. Nach einer kühlen Fahrt bei 22°C Innentemperatur kamen wir gegen 12.30 Uhr am Festivalgelände an und traten in die fast doppelt so warm aufgeheizte Natur, um die obligatorischen Armbändchen entgegen zu nehmen. Da ich noch keine Karte mein Eigen nennen konnte, musste ich mir zuerst eine käuflich erwerben. Da das Leben als VIP auf dem Party.San allerdings angenehmer ist (Fotografien aus dem Pressegraben, Backstagebereich etc.), wollte ich mir als Journalist des weltweit angesehenen Fachblattes für Musikkultur eine Pressekarte holen, was auch sonst kein Problem gewesen wäre hätte ich mich schon weit vor Festivalbeginn akkreditieren lassen. Na ja, unser Ruhm eilt uns voraus, im Laufe des Tages bekam ich dann doch noch meinen Presseausweis (an dieser Stelle noch einmal Dank an Boy vom Party.San Team) und das Festival war gerettet.

Marduk
Marduk



Nachdem dann Heiko das gesamte Bier, beziehungsweise eher alle Glasflaschen, am Eingang abgeben durfte, haben wir uns dem Ordnungspersonal gefügt und den Wagen in Reih und Glied zu den anderen Musikjüngern geparkt. Auf einer kleinen Parzelle schlugen wir dann sowohl das Zelt als auch einen Sonnenschutz auf, denn die Energieteilchen prasselten nur so auf einen herab. So dann blieb noch ein wenig Zeit bis zum inoffiziellen Festivalbeginn mit den vier Donnerstagsbands und während ich etwas für meine Bildung tat, versuchte Heiko vergebens seine elf Flaschen Bier am Eingang zu okkupieren. Nachdem er immerhin fast die Hälfte vernichtet hatte, wurden wir dann von einigen Hamburgern bzw. Buchholzern eingeladen, an ihrem nicht minder warmen Saufgelage teilzuhaben.
Also entnahmen wir dem Fahrzeug einige Utensilien und schlenderten unter anderem mit einer 'Silikat-Plaste-Flasche' Wein (so ein Gesöff kann man ja auch noch aufgewärmt konsumieren) zum anderen Ende des Zeltplatzes. Dort angekommen fanden wir auch Phillip aus Basel vor, der nur zum 'PARTY' San fährt und sonst zu keinem Festival. Selbiger schwärmte auch von Cryptic Voice aus Basel, die vielleicht dann nächstes Jahr auf dem Festival spielen dürfen. Nach einigen Runden Dosensauerkraut und Mixgetränkplörre verließen wir den Hort der Flachländer, um uns für den kurz bevor stehenden Auftakt zu stärken.
Während der Vertilgung von einigen Presswursterzeugnissen kamen drei Gestalten aus der offiziellen Metal-Newsgroup de.alt.music.metal zu einem feierlichen Gruppentreffen. Nach dem Austausch von Floskeln und der gegenseitigen Zusicherung wie toll das Party.San dieses Jahr doch werden wird, war die erste Band im Partyzelt (Fragments of Unbecoming) auch schon fertig. War nicht weiter schlimm, denn soweit wir es verfolgen konnten, spielten sie nichts nach unserem Geschmack.

Nunmehr schlug die Uhr schon dreiviertel neun und da es Heiko aus Desinteresse an den Bands vorzog zu nächtigen, musste ich halt alleine meines journalistischen Amtes walten und in die Höhle des (Party-) Löwen eintreten. Dort spielten schon Buried God aus Deutschland eine Mischung aus Thrash und Heavy Metal der 80er Jahre, der, wie ich zugeben muss, gar nicht mal so schlecht war. Zwar nicht mein Metier, dennoch konnten einige Stücke überzeugen und als Hymnen wie 'Warriors of Armageddon' oder das Black Sabbath Cover 'Paranoid' intoniert wurden, da war die für einen Donnerstag immerhin schon zahlreiche Menge begeistert. Wie ich mit Schrecken feststellen musste, hatte ich allerdings meine Ohrstöpsel in der Eile zu Hause vergessen. Mir grauste es schon vor dem kommenden Tinnitus, schließlich wird man nicht jünger.
Nach Buried God kamen Tenebre aus Schweden auf die Zeltbühne, spielten aber wie von Heiko schon vorab prophezeit langweiligen Metal-Rock. Da half es auch nichts, dass sie zu Begin ihrer Show zwei Leuchtfackeln entzündeten und somit das Gesamte Zelt in Nebel einhüllten, der die Sicht auf zirka zehn Meter beschränkte. Vor jedem Lied fing der Sänger an, eine Geschichte von Hexen und dergleichen zu erzählen und zog damit den Auftritt unnötig in die Länge. Der einzige Lichtblick war die in ein Lederkostümchen gezwängte Keyboarderin, welche allerdings immer von der Bühne ging, bzw. sich hinter der Boxenwand versteckte, wenn sie nichts zu spielen hatte. Da hätte sie ja wenigstens zu den mit erotisierenden Texten erfüllten Liedern ein wenig an der Scheinwerferstange 'arbeiten' können. Na ja, am Ende der Show fragte sie noch einen Techniker beim Abbauen, was denn das Wort 'Zugabe' zu bedeuten hatte. Sie war wohl von dem Verlangen nach Mehr genauso überrascht.
Zehn Minuten nach Mitternacht kamen dann Postmortem auf die Bühne. Das Intro war wie schon seit Urzeiten die zu drehende Alarmsirene, welche mich aber in diesem Augenblick just an das My Dying Bride 'The Cry of Mankind' - Nebelhorn erinnerte. Egal, ich hab die Band nun schon zu oft gehört und wohlwissentlich ignoriert, da kam es auf das eine Mal auch nicht mehr an. Also ab in den warmen Schlafsack, denn obwohl tagsüber tropische Zustände herrschen, ist es nachts auf dem Party.San immer bitter kalt.


Freitag
Nachdem ich aus der Sauna, was ich mein Zelt nennen durfte, geklettert war, haben wir ein zünftiges Festivalfrühstück eingenommen und die Tagesplanung besprochen, denn die erste Band sollte erst 15.45 Uhr beginnen.
Nach einigem hin und her konnte ich Heiko dafür begeistern, die vorherrschende Burgenlandschaft zu erkunden. Als Ziel stellte ich die 'Drei Weisen' in Aussicht, die sich direkt an der A4 befinden. Nachdem wir allerdings schon wieder fast 70km gefahren sind und meine Bekundungen 'Die sind bestimmt gleich nach der nächsten Kurve!' langsam keinen Anklang mehr fanden, mussten wir wieder umkehren. Wie sich dann später herausgestellt hat, sind wir einfach nur in die falsche Richtung gefahren. Sei's drum, der Vormittag war vorbei und wir hatten ihn wohl klimatisiert verbracht.
Nachdem wir dann den Rest des noch jungen Tages dahinvegetierten, die bereits eröffneten und zahlreichen Merchandisingstände begutachteten und etwas zu uns nahmen, war die Zeit reif für Fall of Serenity geworden. Pünktlich begannen die Deutschen mit einem harten Festivalbeginn, wobei mich persönlich die metallische klingende Snaredrum störte. Ansonsten konnte man sie durchaus anhören. Als zweite Band am Tage enterten Resurrected die Bühne und spielten unverblümten Grindcore, der zu begeistern wusste. Das Publikum war zwar noch nicht vollständig erschienen, jedoch meist hellauf begeistert.

Mir wurde es dann allmählich zu laut (man will ja auch im hohen Alter noch der Musik frönen) und da die Sanitäter keine Ohrstöpsel hatten, zog ich dann kurzerhand in die Stadt um mir dort einige zu kaufen. Der Fußmarsch dauert ca. 15 Minuten und dann ist man im beschaulichen Bad Berka City. Nachdem ich zwei Apotheken fand, entschied ich mich für jene neben der Kirche, mit der Hoffnung, in der Nähe eines Gotteshauses wäre man gefeit vor überzogenen Preisen. Weit gefehlt, denn wahrscheinlich wird hier noch der Kirchenzoll mit eingezogen. Um wenigstens noch etwas von der Stadt zu haben flanierte ich ein wenig durch den Fußgängerbereich, wo die asiatischen Fachkräfte für preiswerte Designerkleidung ihren Stand gerade abbauten. Dahinter fand ich allerdings in 'oha Eis-Café' einen sehr guten Eisladen, bei dem ich mich selbstverständlich an einigen Kugeln laben musste.
Zurück auf dem Festivalgelände konnte ich noch die letzten Züge von Mucupurulent erleben. Eine Mischung aus Death und Grindcore, allerdings nichts Weltbewegendes. Nach einer kurzen Wartezeit begannen dann Helheim zu spielen. Die Norweger waren für uns die ersten Headliner des Festivals und mit ihren Songs konnten sie sehr wohl Stimmung aufkommen lassen. Helheim waren schon im Jahre 2000 auf dem Party.San, allerdings spielten sie weit später und bei Dunkelheit, was hier auch von Vorteil gewesen wäre. Die Musik ist nämlich nichts für helle Orte, sondern eher etwas für eisige Winterspaziergänge, vorzugsweise mit Fackel im Mondschein (die üblichen Klischees halt). Halb neun sollten Disbelief folgen, aber aufgrund von Desinteresse und ansteigendem Energiebedarf zog es uns direkt zum Zelt zwecks Nahrungsaufnahme. Diesmal hatten wir Janna aus der Hamburg-Crew im Schlepptau, die uns dann beim Essen Episoden aus der Kindheit erzählte und über Traumdeutung philosophierte. Nicht auszuschließen, dass diese Redseligkeit auf den Alkoholpegel zurückzuführen ist.

Um wenigstens noch den Schluss von God Dethoned zu hören, gingen wir wieder zurück zum Konzertort. Unterwegs trafen wir Thorsten vom 'Verein zur Förderung des Heavy Metal in Bayern' der uns, leicht schwankend, vorhielt, wie betrunken wir doch wären und warum Alkohol und Metal so innig verbunden wären. Nachdem er seine predigt beendet hatte, lauschten wir einige Zeit teilnahmslos den Klängen der Niederländer. Technisch sicherlich gute Vertreter ihres Faches, allerdings nicht unsere favorisierte Stilrichtung. Danach kamen Vader die ja nun fast jeder Festivalteilnehmer mehrmals gesehen haben dürfte. So auch bei uns, allerdings war der diesjährige Auftritt der Beste der Band, den ich von ihnen gesehen hatte. Dies übertrug sich auch auf die inzwischen zahlreich erschiene Fangemeinde und dank der überzeugenden Show auf der Bühne war das Publikum begeistert. Danach sollten eigentlich die Schweden Naglfar kommen, jedoch tauschten sie den Platz mit dem Headliner Malevolent Creation, da diese ihren Flieger noch erreichen mussten.
So mussten wir halt die Amerikaner mit ihrem Death Metal über uns ergehen lassen, bevor endlich wieder mal eine Black Metal Band zum Zuge kam. Souverän boten die Nordmänner ihr Liedgut dar und, zumindest die vorderen Ränge, waren nicht mehr zu halten. Mit theatralischen Gesten, knackigem Sound, misslungenen Pyroeffekten (die Erzeugnisse gingen erst am Ende der Show an, als die Band schon die Bühne verlassen hatte) und einer ordentlichen Portion Härte verabschiedeten Naglfar sich kurz nach 2.00 Uhr ohne eine Zugabe, da die genehmigte Zeitspanne schon überschritten war.
Schnell noch ein Blick in die klar zu sehende Milchstraße am Sternenhimmel und dann nichts wie ab ins warme Bett!


Samstag
Nachdem wir am Samstag aufgestanden waren, weckten wir per Handy die weit entfernt noch ruhende Janna, denn es war ein gemeinsames Frühstück zu gestallten, da wir danach vereint ins hiesige Freibad wollten.
Als wir dann mit Speisen fertig waren und die Morgentoilette hinter uns hatten (hier sei übrigens angemerkt dass es wohl ratsamer ist, in nächster Zeit keinen Mais aus Bad Berka zu konsumieren), fuhren wir in das schon gut besuchte Bad. Die Party.San Crew hatte mit den Inhabern ausgehandelt, dass die Festivalbesucher nur 50% des Eintrittspreises zahlen mussten und so konnten wir für 1,50 Euro eintreten. Ich weiß nicht wie voll das Bad sonst ist, aber an diesem Tag bestand wohl die Hälfte aus langhaarigen Personen, die vornehmlich die sanitären Anlagen sowie die Duschen in Anspruch nahmen. Und das war nach zwei Tagen Dauerschwitzen und Staub auch dringend angeraten. Gegen dreizehn Uhr verließen wir das Bad wieder Richtung Innenstadt, um einen richtigen Imbiss (Döner, nicht zu empfehlen) und einen Nachtisch (Eis, sehr zu empfehlen) einzunehmen. Als wir dann am Festivalgelände ankamen, spielten die heutigen Opener Fallen Saints (Death Metal aus Deutschland) schon. Also schnell raus aus dem Auto und ein paar Fotos gemacht. Zumindest wollte ich es versuchen, aber wie schon gestern ließen die Ordnungskräfte keinen mehr in den Fotograben. Also ein Bild von weitem und zurück zum Auto.
Jetzt sollte der Auftritt von Dark Fortress folgen. Kurz nach Beginn dessen waren wir vor der sonnenumfluteten Bühne und ich sollte wieder Fotos machen. Jedoch wurde mir der Zugang wiederum verweigert. Nach einigen Nachfragen fand ich dann heraus, dass nur die offiziellen Fotografen (Legacy, Rock Hard) die ganze Zeit die Erlaubnis hatten, dort herumzulungern. Die 'unwichtigen' Leute wie unsereins durften nur während den ersten drei Liedern rein, da sie wohl Freiraum brächten. Außerdem müßte die 'Party.San Filmcrew' genügend Platz zum Filmen haben und vor den Fans in der ersten Reihe sollte sich auch kein Menschenpulk ansammeln.
Nun denn, der Auftritt war immerhin einer der Höhepunkte des Festivals, zumindest für die Black Metal Fraktion. Neben Primordial und Marduk die einzige Band mit Corpse Paint, lieferte die deutsche Combo wunderbaren Black Metal, der das Publikum entflammte. Schade nur, dass sie schon um diese Zeit spielen mussten. Ich denke zu einem späteren Termin, wenn es schon dunkel ist auf dem Gelände, wäre ihre Show noch besser zur Geltung gekommen. Aber so ist nun einmal das Leben; nicht immer gerecht.
Mit Beginn von Katafalk (Niederlande) und Thorium (Dänemark) trabten wir lieber in unser sonnengeschütztes Refugium zurück, da zum einen wieder Death und Grindcore (der langweiligeren Sorte) bevorstand und zum anderen meine Low-Tech Digicam aufgrund der anhaltend hohen Temperaturen ihre Funktion einstellte.

Da schon wieder früher Abend war, vollzogen wir abermals das Ritual der Nahrungsaufnahme, mit den altbekannten Freunden Wurst, Brot und Weintrauben. Wie ich im Nachinein herausfand, sind letztere zwar sehr energiereich (73 kcal/100g, also der pure Zucker), neigen aber dazu die Darmtätigkeit anzuregen. Demzufolge also eher kontraproduktiv bei längeren Festivals. Dies aber nur am Rande. Ausgerüstet mit der guten alten Analogkamera, ging es dann gegen 18.15 Uhr zurück zu Bühne, um Desaster spielen zu sehen. Dort weilten noch Aborted, die astreinen und durchaus hörenswerten Grindcore darboten. Ich fühlte mich fast ein wenig an Cannibal erinnert, nicht nur der Stimmte wegen.
Von vielen hoch gelobt und mit Spannung erwartet, kamen danach Desaster. Diese konnten mich jedoch keinesfalls überzeugen, denn nach dem 'Carmina Burana'-Inro folgte langweiliger Black/Death Metal, so dass ich es vorzog Gespräche zu führen anstatt der Musik zu lauschen.
Besserung versprach die nächste Band, nämlich Primordial aus Irland. Die eher im gemäßigtem Segment angesiedelte Musik konnte zwar uns (da wir die Nuancen kannten), aber weniger den Gros des Publikums begeistern. Es waren auch recht wenige Leute präsent (wohl bei Desaster alle geflüchtet), so dass die Stimmung etwas flau war. Die Musik regte nun auch nicht direkt zum Headbangen ein, ist sie eher etwas für einsame Stunden. Ich für meinen Teil holte mir in der Zwischenzeit Autogramme von Marduk (ich hoffe die Polizei verlangt in nächster Zeit meinen Ausweis nicht) und genoss die letzten Züge des Auftrittes. Für die Iren war es wohl zudem noch etwas zu warm, denn der Sänger Nemtheanga stöhnte 'To hot for irish men' ins Mikrofon.
Bei Dimension Zero (belangloser Death Metal) durchforsteten wir lieber die Stände nach günstigen Angeboten und Raritäten. Nachdem dann mehr als geplant gekauft und alles im Kfz verstaut war, begannen auch schon Behemoth mit ihrem Auftritt. Endlich wieder einmal richtige Musik, dachten wir so bei uns. Mit einer guten Bühnenshow und brachialem Sound fegten Behemoth alle bisher aufgetretenen Gruppen sinnbildlich von der Bühne. Das Publikum tobte, doch nach nur 45 Minuten war die ganze Sause auch schon vorüber, da das Programm recht straff durchorganisiert war. Während die ins Publikum gerichteten Scheinwerfer so langsam meine Netzhaut ausradierten, erklommen Kataklysm die Bühne. Für die dem Black Metal nicht so sehr zugewandten Besucher wohl der Headliner des Party.San, hielten sie ihren Auftritt souverän ab. Die Musik war in Ordnung, ich für meinen Teil hätte es mir besser vorgestellt. Schön, weil erstens gut und zweitens leider nur noch selten zu hören, war das Drumsolo der Kanadier.

Aber auch das war einmal zu Ende und nun, was soll ich sagen, war Marduk an der Reihe. Im Vorfeld war schon einiges über ihre extra für das Party.San geplante Überraschung gemunkelt worden, aber keiner wusste etwas genaues. Und selbst im Backstagebereich konnte man keinem etwas entlocken. Umso gespannter waren wir natürlich nun und harrten der Dinge, die da kommen mögen. Und da kamen sie auch! Der Auftritt war natürlich, entschuldigt den Ausdruck, voll geil. Legion rannte fortwährend von einer Bühnenseite zur anderen, damit auch kein Fan zu kurz kam. Nebel, Lichteffekte, Pyrotechnik - all das kam nicht zu kurz. Und das angekündigte Special, war dann der Auftritt eines früheren Marduksängers. Den Namen konnte ich nicht richtig verstehen, es müsste sich allerdings um Joakim Göthberg gehandelt haben. Zusammen mit Legion sangen sie dann im Duett einen Titel, bevor er wieder von der Bühne verschwand. Schade eigentlich. Auch schade, dass sie 'Darkness it shall be' nicht gespielt haben. Nach nur einer knappen Stunde, zwei Zugaben und einem sichtlich erfreuten Legion (kam dann noch mal von der Bühne um den Fans zu Danken) war der Auftritt 1.40 Uhr auch schon zu ende. Und wenn ich es richtig verstanden habe, wird es auch bis 2005 keinen neuen Auftritt geben. Aber da hoffe ich mal, dass ich mich verhört habe.
Nach einer kalten halben Stunde Wartezeit, ging es dann mit der Abschlussband des Festivals, Verstärkertod, im Festzelt weiter. Während ich dann im Zelt auf den Auftritt wartete und mich am Gespräch der Nachbarsfrauen erfreute (eine der beiden hatte schon zehn Bücher über Poltergeister gelesen, demzufolge muss ja was dran sein), füllte sich das Zelt zwangsläufig, da das eigentliche Gelände von den Besuchern geleert wurde. Von weitem sah ich schon den großen A3 Zettel mit Unmengen von Liedtiteln darauf und das erlaubte nur den Schluss, dass die Stücke kurz und prägnant werden würden. Auch die am Bühnenrand vollzogenen Dehnungsübungen einer der Mitglieder ließen vermuten, dass es mit vollem Körpereinsatz voran ging. Und so wurde es dann auch! Nach einem kurzen Einspielen verließen die Musiker die Bühne zunächst wieder, um 'erstmal eine Rauchen zu gehen'.
Bestückt mit großen Stacheln aus Styropor und Kabelbindern, sowie ausgerüstet mit sonstigem Allerlei erklomm die Spaß-Grindcore-Combo Verstärkertod die Bühne. Nach einem kurzen Dank an alle ihre Vorbands rotzten sie Songs wie 'Hänsel und Gretel', 'Meckie Messer' oder 'Darmalarm' heraus. Ich frage mich noch heute, ob die Stimme das lange mitmacht. Ein kurzes 'jetzt kommt...' und dann nur Gegrunze. Herrlich. Auch die Hamburger und Phillip aus der Schweiz hatten sich wieder eingefunden, um ganz vorne mitzuwirken. Als dann einer wohl einen 'Versprecher' im Text hatte meinte der Gitarrist 'Mensch, jetzt hat er uns den ganzen Schluss versaut' darauf der Sänger antwortend 'Macht nichts, wir sind ja nicht die besten!'. Nachdem dann alle Lieder gespielt waren, die Stimme kaum noch konnte und der Saal tobte, war der Auftritt zu ende. Als dann ein Chor aus 'Zugabe' aufkam, erbarmte sich Verstärkertod ('Einen Moment, wir müssen uns noch schnell ein Lied ausdenken') und spielte noch ca. fünf Lieder. Als aber auch diese vier Minuten verstrichen waren, war das 9. Party.San Open Air, zumindest offiziell, zu Ende. Diejenigen, die noch nicht genug hatten, konnten sich im durchweg geöffneten Bierzelt den nötigen Restalkohol für die Heimfahrt antrinken und der Rest schlenderte voller Zufriedenheit zu seinem Schlafplatz.


Schlusskommentar
Kurz: Das beste Festival Deutschlands!
Etwas länger: Ich vertrete nicht nur meine Meinung wenn ich behaupte, dass das Party.San das beste Festival ist, was in Deutschland existiert. Das Gelände ist top, die Bühne binnen 1-2 Minuten erreichbar, die Organisation läuft ohne Probleme, die Security ist freundlich und kompetent, die Verpflegung gesichert und das ganze Drumherum (Freibad, Bierzelt, Merchandise, Leute, Stimmung, Atmosphäre) könnte nicht besser sein. Ein großes Lob an das PSOA-Team. Selbst wenn einem nicht alle Bands zusagen (das Festival ist ja eher Death Metal orientiert), kann man getrost teilnehmen, denn es ist wie Urlaub.
Und was haben wir für das nächste Jahr gelernt: keine Flaschen mitbringen, Badehose einpacken und auf alle Fälle erscheinen!

Wehrmut am 05.06.2005




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