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Die Welt zu Gast bei Freunden II

Party.San Open Air XII

Master, Watain, Hate, Helrunar, Eroded, Hypocrisy, Kataklysm, Enslaved, Cryptosy, Nifelheim, Turisas, Fall of Serenity, Destr├Âyer 666, Severe Torture, Kaamos, Killing Spree, Six Feet Under, Marduk, Naglfar, Illdisposed, Thyrfing, Setherial, Desaster, Rotten Sound, Rompeprop, Akrival, Mourning Beloveth, Tankard

Ort: Bad Berka / Flugplatzwiese
Datum: 10.08.2006 bis 12.08.2006


Mittwoch
Da schon letztes Jahr die besten Pl├Ątze am Mittwoch belegt waren, fuhren wir (Heiko und ich) dieses Jahr auch rechtzeitig zum Festivalgel├Ąnde. Nach dem obligatorischen Treffen am McD-Fre├čtempel waren wir gegen 14.00 Uhr am Gel├Ąnde. Nachdem wir auf Flaschen gefilzt wurden, nahmen wir fast den gleichen Platz ein, den wir schon letztes Jahr hatten.
Der Aufbau war dank jahrelanger Routine schnell erledigt und so konnte man dann auch gem├╝tlich mit Musik und Getr├Ąnken in den Urlaub eintauchen. Im Laufe des Tages gesellten sich dann einige Leute um uns: Zwei junge Weibchen (von Vati hergebracht) die dann die Sau raus lie├čen (Sexparty mit Kondomproblemen, Saufen, Kotzen, Rumschlampen) - mit denen hatten wir jedoch zum Gl├╝ck nichts zu tun. In unser Kollektiv wurden Leute aufgenommen die bei ihren Freunden keinen Platz mehr hatten, die ├╝ber Mitfahrgelegenheiten ihre R├╝ckfahrt bei uns gebucht hatten oder Internetbekanntschaften, die dann samt Anhang in der N├Ąhe 'wohnten'. Somit stieg die Zahl der Leute in unserer sch├Ânen ├╝berdachten Behausung von zwei auf bis zu zehn - damit war es dann vorbei mit der Ruhe. Gespr├Ąchsstoff gab es genug, konnten wir doch durch die Alterspanne von 17 Jahren bis Ende 30 einige Themen abdecken. Au├čerdem hatten wir zwei Damen die ununterbrochen reden konnten, so da├č man sich nur noch zur├╝cklehnen mu├čte und sich berieseln lie├č. Ab und an mu├čte man sie aber z├╝geln und ermahnen, da├č sie doch bitte ein wenig ruhig bleiben und sich entspannen sollten, schlie├člich sei man ja im Urlaub. Der Tag verlief dann recht gem├Ąchlich. Man beobachtete die kommenden Autos (diesmal sehr viele Ausl├Ąnder) und wie sich am Mittwoch schon der zweite Zeltplatz f├╝llte. Hier und da entleerten Personen auch schon ihren Mageninhalt, begleitet von 'Odin, hilf!'-Rufen. Da wu├čte man wieder, wo man war.


Donnerstag
Der Tag verlief so wie der vorige, nur stieg die Spannung langsam denn am Abend waren die ersten Bands im Zelt. Das offizielle Festival beginnt ja erst am Freitag aber der Donnerstag hat sich mittlerweile etabliert und somit ist das Partyzelt auch immer voll. Da dieses Jahr fast schon zwei Drittel der Besucher da waren, bildete sich nat├╝rlich eine entsprechende Schlange am Einla├č. Die erste Band hatten wir schon verpa├čt und so standen wir nun mit unz├Ąhligen anderen in der Schlange bzw. dem Haufen vor dem Einla├č. Laut Plan sollte die zweite Band, Helrunar, 21.00 Uhr anfangen. Wegen ihr waren heute die meisten Besucher da und so steigerte sich langsam die Mi├čstimmung unter den Wartenden, weil es kaum vorw├Ąrts ging. Als dann die Band auch noch f├╝nf Minuten fr├╝her anfing als angek├╝ndigt, h├Ârte man auch schon einige Unmutsbekundungen. Nachdem dann 15 minutenlang kaum ein Vorw├Ąrtskommen war, entschlo├č sich der Veranstalter anscheinend die Eingangskontrollen zu vermindern. Denn auf einmal ging es rasch vorw├Ąrts und die Ordner winkten jeden durch. So konnte man immerhin noch den Rest des Auftrittes verfolgen.
Die versammelten Fans genossen augenscheinlich die Darbietung, ich f├╝r meinen Teil halte die Band f├╝r ├╝berbewertet. So erledigte ich meine mir aufgetragene Fotoaufgabe und begab mich dann wieder in den r├╝ckw├Ąrtigen Raum um das Geschehen zu verfolgen. Der S├Ąnger bemerkte da├č man heute nur zu viert sei aber ich merkte keinen musikalischen Unterschied zu fr├╝heren Auftritten.

Nifelheim
Nifelheim



Alsbald folgten Hate aus Polen, um mit ihrem schnellen Death/Black Metal ordentlich einzuheizen. Die Gruppe hatte m├Ąchtigen Druck auf dem Schlagzeug, so da├č es recht laut wurde und die Boxen bebten. Diese Mischung gefiel mir schon besser so da├č der Fu├č das ein oder andere Mal mitwippte. Mit Watain folgte wieder ein Urgestein des Black Metal. Zweifarbig geschminkt, beh├Ąngt mit Ketten & Knochen und b├Âse dreinschauend, boten die Schweden derbe Musik der h├Ąrteren Gangart. Die Menge konnte kaum in Zaum gehalten werden so da├č sich mehrere Ordner gegen die Absperrgitter der ersten Reihe lehnen mu├čten. Auch auf mich ├╝bertrug sich die gute Stimmung durch die musikalische Darbietung; noch mehr allerdings, h├Ątte man die aufgebaute Pyrotechnik auch benutzt. Die stand zwar angeschlossen bereit, wurde aber nicht gez├╝ndet. So begn├╝gte sich der S├Ąnger mit ein wenig Bluttrinken und grimmig schauen. Nach der Show, so ging das Ger├╝cht um, feierte er ein wenig ausgelassener mit seinem Bluttornister, so da├č die Band vorzeitig das Gel├Ąnde verlassen durfte.
Das Schlu├člicht am Abend, sowohl zeitlich als auch musikalisch, bildeten Master. Mit ihrem tranigen Old School Death Metal verschreckten sie viele, so da├č sich das Zelt langsam leerte. Wir gingen dann auch, um noch bis zum Morgengrauen zu feiern.


Freitag
Trotzt des angek├╝ndigten Regens war bisher immer gutes Wetter gewesen - etwas k├╝hl, aber durchweg trocken. An diesem Morgen hatte es zum ersten Mal ein wenig getr├Âpfelt, aber das war schnell vor├╝ber.
Musikalisch wurde der Tag gegen 14.00 Uhr von Killing Spree. Die deutsche Band, die vorher ├╝brigens Enslaved hie├č (noch vor den Norwegern!) und in der DDR nicht unbekannt war, bot melodischen Death Metal. Nicht unser Fall aber einigen schien es zu gefallen, krochen sie doch langsam aus den Zelten und vor die B├╝hne. Danach kamen Kaamos, auch wieder Death Metal aber ein wenig h├Ąrter. Die Musik war ganz OK so da├č wir noch eine Weile blieben. Die dritte Band des Tages war Severe Torture, dessen S├Ąnger eine gute Grunzstimme hatte. Die Mitglieder wirbelten kr├Ąftig das Haupthaar, was besonders beim Bassisten gut aussah. Als dann aber die vierte Death Metal Band kam (Fall of Serenity sprangen f├╝r die ausgefallenen Dew-Sentenced ein), wurde es uns zuviel und wir gingen zur├╝ck zum Wagen um uns f├╝r die kommenden Gruppen zu r├╝sten.

W├Ąhrend wir also eine St├Ąrkung zu uns nahmen, befragten wir einen der Securityposten der f├╝r den KfZ-Verkehr zust├Ąndig war ├╝ber das Festival. Der Sicherheitsmann war einer der lustigen Sorte (machte immer Witze mit den Vorbeikommenden) was auch daran lag, wie das Personal eingeteilt war. Au├čen auf dem Zeltplatz waren es Biker und somit dufte Typen. Im Innenbereich, vor der B├╝hne und in sicherheitsrelevanten Bereichen wurden richtige Securityleute (kurze Haare, Schrankfigur, wortkarg) einer Firma besch├Ąftigt. Und diese sind zwar freundlich, aber auch bestimmend. Wohingegen die Biker auch mal mit ihren Quads ├╝ber den Zeltplatz rasen und Spa├č haben. Er verriet, da├č dieses Jahr mit ca. 10.000 Leuten zu rechnen sei und da├č trotz Glasverbots (welches ja auch auf den Eintrittskarten steht) immer noch Leute Glasflaschen mitbringen. Selbige Glasflaschen verschwanden dann aber laut Bekannten auf nimmer wiedersehen, also konnte man sie auch nicht mehr am Eingang leer trinken (wie fr├╝her) wenn man zur├╝ckkam. Man bek├Ąme dann nur die Auskunft, da├č die Flaschen nicht mehr da seien und das obwohl die Flaschen in Sichtweite standen.

Nun war es aber Zeit, zur B├╝hne zur├╝ckzukehren, denn es folgte mit Destroyer666 einer der ersten Bands am Tage, die f├╝r uns sehenswert waren. Schon reichlich mit Nieten besetzt und in schwarzem Leder boten die Jungs feinen und ruppigen Black/Thrash Metal, der zu begeistern wu├čte. Die Menge kam bei den Songs so langsam in Fahrt und wir wippten auch im Takt der Lieder. Am Ende gab es sogar noch einen Gastauftritt von Alan Averill Nemtheanga, dem S├Ąnger von Primordial. Dieser bestritt die zweite Stimme bei einem Titel und verschwand dann so schnell und ├╝berraschend wieder, wie er gekommen war.
Danach folgte mit Turisas ein weiteres Highlight des Festivals. Die Finnen sind ja eine Gruppe im aufkommenden Genre des Battle Metal, welcher Live immer f├╝r Freude sorgt. So auch dieses Mal. Die am ganzen K├Ârper bemalten und mit Fellen behangenen Leiber der Musiker pa├čten wunderbar zur dargebotenen Musik, die eine Mischung aus Viking, Black und Folk Metal war. Den Fans gefiel es und so gaben die Finnen auch ihr Bestes. Die beiden Gastmusiker wu├čten auch zu ├╝berzeugen - an der Violine Olli V├Ąnsk├Ą (inklusive Solo), den man dem Aussehen nach noch in eine Schulklasse stecken w├╝rde und der verr├╝ckte Akkordeonspieler Janne M├Ąkinen, der aber hinter der B├╝hne die Sch├╝chternheit in Person ist. Neben den ├╝blichen Liedern wie 'As Torches Rise', 'The Land Of Hope And Glory' und 'One More' (dem verunfallten Gitarristen Georg Laasko gewidmet) gab es nat├╝rlich auch die Hymne 'Battle Metal', wo dann alle mitsangen. Den Abschlu├č bildete ein Medley aus Charpentier 'Te Deum' (Eurovisionsmelodie), 'Bonanza', 'Lambada', 'Dallas' usw. Was das soll hat sich bisher jeder gefragt, der es h├Ârte. Es pa├čt einfach weder zur Musik der Band noch zum Thema des Festivals. Etwas schade fand ich, da├č der Auftritt noch im Hellen stattfand und nicht bei Dunkelheit.
Die dritte Band in unserem Block waren die Schweden Nifelheim. Die Mannen waren gekleidet in schwarzem Leder und Leggins, die vollkommen von Nieten und N├Ągeln durchsetzt waren. Mal zu Symbolen vereint, mal einfach nur so. Das sah ein wenig wie eine Mischung aus b├Âsen Black Metallern und posenden Glam Rockern aus. Die schnelle Musik war nicht mein Geschmack, andere wiederum fanden es brillant. Der Auftritt klang f├╝r mich so, als w├╝rden alle Instrumente versuchen ein Solo zu spielen: wirr, schnell, laut. Mit diesem Get├Âse vertrieben Nifelheim auch die letzten Sonnenstrahlen und es wurde Abend.

Zeit f├╝r uns, das letzte Abendmahl an diesem Tag einzunehmen und uns f├╝r das Finale zu r├╝sten. Viel Zeit blieb uns nicht, denn es spielten nur Cryptosy als Pufferband. Doch rechtzeitig zu Enslaved waren wir nat├╝rlich wieder da, denn die Norweger waren Pflicht im Programm. Allerdings verz├Âgerte sich der Beginn durch einen langen Aufbau, so da├č vom eigentlichen 45-min├╝tigen Auftritt nur 30 Minuten absolviert wurden, da das Party.San-Team recht genau auf die Zeiten achtet (siehe 1349-Auftritt vom letzten Jahr). So konnte Enslaved nur sechs St├╝cke darbieten, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat. Sie spielten haupts├Ąchlich neuere Sachen (Isa, Ruun) und wurden dabei frenetisch bejubelt, da man die Band nun auch nicht so h├Ąufig live zu Gesicht bekommt. Am Ende gab es noch vereinzelt 'Buh'-Rufe, diese richteten sich aber gegen das Party.San-Team, weil wie oben erw├Ąhnt die Spielzeit recht kurz war. Der Gruppe h├Ątte man locker auch eine Stunde g├Ânnen und sie als Headliner antreten lassen k├Ânnen.

Selbst f├╝r die folgenden Kataklysm waren nur 45 Minuten angesetzt und das obwohl sie ihren Auftritt f├╝r eine geplante DVD aufnehmen. Bei der guten Qualit├Ąt der Party.San-DVDs kein Wunder. Deshalb wurde ihnen aber wahrscheinlich auch eine Bonuszeit einger├Ąumt, denn sie durften lange umbauen und mit 30-min├╝tiger Versp├Ątung trotzdem alles spielen. Uns reichte diese Zeit aber allemal, denn erstens hatten wir die Gruppe schon bei einem der letzen PSOA gesehen (zyklisch wiederholen sich die Bands ja meist) und zweitens war es nicht unser Geschmack. Wir gingen derweil lieber Backstage um uns dort umzusehen und einen ├╝bergro├čen Becher Kaffee zu trinken. Dort machten wir dann Promientenraten (wie sehen die geschminkten Musiker wirklich aus), sahen den betr├╝bten Enslaved-S├Ąnger sitzen der wohl mit dem Auftritt auch nicht zufrieden war und wurden vom Killing Spree Bassisten in ein Gespr├Ąch ├╝ber alte Metal Zeiten in der DDR verwickelt, bei dem ich mir ob meines augenscheinlich noch zu jungen Alters ein wenig hilflos vorkam.

Die letzte Band war Hypocrisy, eine Gruppe die man nun auch schon tausend Mal gesehen hat. Aber was soll's, dann sieht man sie jetzt zum tausend und ersten Mal. Die Band lieferte eine tolle Show ab und wu├čte die Massen zu begeistern, obwohl der Sound nicht wirklich ├╝berragend war. Das lag vor allem daran, da├č er zu laut war, wie sooft an diesen Tagen. Komischerweise hing das aber auch von der Band ab, denn nicht immer geriet der Regler aus dem Ruder. Die Musik an sich war OK, so da├č wir bis zum Schlu├č blieben und dann gegen 2.00 Uhr gen Zeltlager zur├╝ckgingen. Dort verweilten wir noch einige Zeit und lauschten dem Dr├Âhnen aus dem Partyzelt, tief eingeh├╝llt in w├Ąrmende Obertrikotage weil es doch zusehends k├╝hl wurde. Ein besonderes Ph├Ąnomen des Party.San: Egal wie warm es am Tag ist, nachts ist es kalt und klamm.


Samstag
Der Samstag begann dann doch mit ein wenig Regen, so da├č wir Akrival, die erste Band des Tages, ausfielen lie├čen. Zu Mourning Beloveth war ich dann zumindest zugegen, denn die Iren kannte ich schon und so wollte ich die langsamen, teils doomigen St├╝cke nicht verpassen. Dann ging es aber wieder zur├╝ck zum Zelt, denn mit Rompeprop (fein kost├╝miert) und Rotten Sound folgten Death/Grind Bands, die nichts f├╝r unsere zart besaiteten Nerven waren. Vielen schien es aber zu gefallen, denn es waren eine Menge Leute vor der B├╝hne.

Wir kamen dann erst wieder zu Desaster, die eine geile Show ablieferten. So mu├č Festivalmusik klingen. Danach stiftete ich etwas Verwirrung, weil am Party.San-Stand ein Aushang der Spielzeiten war, wo Thyrfing und Setherial getauscht waren. Dies propagierte ich nun ├╝berall und verbreitete Aufregung - allerdings war ich dann umso ├╝berraschter, als 'Thyrfing' ganz in schwarz kamen und heftigen Black Metal machten. Das mu├čten dann also doch Setherial sein und so war es auch. Die Schweden spielten ihren urigen norwegischen Black Metal souver├Ąn, ernteten aber vom Publikum nicht sonderlich viel Resonanz. Vielleicht war es den Fans ein wenig zu eint├Ânig, die Show auf der B├╝hne zu langweilig oder noch zu hell - jedenfalls war der Sound und die Musik gut. Der Sound von Thyrfing war hingegen sehr verwaschen, wodurch der Auftritt etwas litt. Wie zu erwarten war, kam die Band aber trotzdem gut an. Bands von diesem Schlage sind ein sicherer Einkauf bei einem Festival. Aber besonders viel blieb bei mir vom Auftritt nicht h├Ąngen, denn herausragend fand ich ihn nicht. Ich h├Âre zwar Thyrfing und es gef├Ąllt mir auch, aber beim Auftritt wollte der Funke irgendwie nicht ├╝berspringen. W├Ąhrend des Auftrittes sah ich auch mein Favoriten-Shirt des Festivals: wei├č mit einem Bild von Captain Jack und der Unterschrift 'Pure Black Metal'.

Das Gelaber vom besoffenen Illdisposed-S├Ąnger konnten wir uns nicht anh├Âren, so da├č wir einen D├Âner mit zum Zelt nahmen (weil die Zeit auch knapp war), ihn a├čen und dann wieder zur├╝ckgingen, um den Auftritt von Naglfar zu verfolgen. Der S├Ąnger sah in seinem Ledermantel irgendwie lustig aus. Es erinnerte mich an ein Computerspiel oder einen Film, ich wei├č aber nicht mehr welchen (Matrix?). W├Ąhrend des Auftritts gab es mehrmals Soundprobleme bis hin zu einem minutenlangen Ausfall von Ton und Licht. Das konnte aber Naglfar nicht daran hindern, eine tolle Show abzuliefern. Der schwedische Black Metal drang in gutem Soundgewand aus den Boxen, die Lichteffekte stimmten und so war die Begeisterung vor der B├╝hne gro├č. Am Anfang des Auftrittes war die B├╝hne in gr├╝nes Licht getaucht, was dem ganzen einen gewissen spacigen Charakter gab. Etwas Verwirrung stiftete ein zeitgleich stattfindendes Feuerwerk in Bad Berka, wodurch doch einige Leute den Kopf auch mal zur Seite drehten. Leider konnte Naglfar zeitbedingt am Ende keine Zugaben mehr geben, denn Marduk stand schon parat.

Immer wieder gern gesehen und mit neuem Frontmann sicherlich etwas anders als vorher, lieferten Marduk die meiner Meinung nach beste Show des Festivals. Pyroeffekte, Licht und der Sound pa├čten diesmal sehr gut zusammen. Die Show auf der B├╝hne war jedoch auch nicht zu verachten und so gab es zahlreiche Leute im Publikum, die durch Kopf- und Handbewegungen ihre Begeisterung kundtaten. Auch der Band schien der Auftritt zu gefallen und so war die letzte Black Metal Band beim Festival f├╝r viele Angereisten einer der H├Âhepunkte.
F├╝r die Fraktion der Death Metaller war Six Feet Under zugegen. Der Headliner am Samstag hatte abermals mit Soundproblemen zu k├Ąmpfen, lieferte trotz alledem eine sehr gute Show ab. Die Fans waren begeistert und der legend├Ąre Frontmann Chris Barnes bedankte sich bei jeder Gelegenheit beim Publikum und meinte Deutschland sei wunderbar und sie w├╝├čten die Treue der Fans zu sch├Ątzen (und den gro├čen Absatzmarkt). Die Menge vor der B├╝hne geno├č es sichtlich und so wurde der Auftritt ein w├╝rdiger Abschlu├č des Festivals.
Doch Moment, beim Party.San gibt es ja immer noch die Absackerband im Zelt. Diese spielt traditionell lustige Sachen oder wie im Falle von Tankard Sauflieder. Diese fand ich nun g├Ąnzlich unlustig und langweilig, weshalb ich mich dann auch vorzeitig vom Ort des Geschehens verabschiedete. Die Musik spielte noch bis zirka halb drei und ging danach flie├čend in die Kl├Ąnge des Partyzelts ├╝ber.


Sonntag
P├╝nktlich zum Ende des Festivals wurde das Wetter sch├Ân und die Sonne kam raus. Und da wir es nicht eilig hatten, beobachteten wir den Stau der sich bei der Heimreise der vielen Besucher bildete. Nachdem sich dieser allm├Ąhlich aufl├Âste und wir in Ruhe gefr├╝hst├╝ckt hatten, sattelten wir auch zur Heimreise. W├Ąhrend wir dies taten, wurde der Zeltplatz schon eifrig von flei├čigen Helfern vom M├╝ll befreit und das Gel├Ąnde war schon fast wieder ansehnlich. So verlie├čen wir dann gegen 14.00 Uhr, fast als letzte, Bad Berka und werden sicherlich wiederkommen.


Fazit
Wieder ein Jahr warten hei├čt es nun, denn wie viele andere auch haben wir seit langem das Party.San ins Herz geschlossen. Dieses Jahr kamen zwar etwas mehr Besucher als im Vorjahr, durch die gute Organisation und weil die Stellpl├Ątze nicht so eng beieinander lagen, fiel es aber nicht unangenhem auf. Nur am Donnerstag zum Konzert im Zelt und beim Abholen der B├Ąndchen war das Warten an der Schlange deutlich zu lang. Zugenommen haben allerdings auch die Saufgelage und mit denen einhergehend die Personen die nicht mehr alles im K├Ârper behalten k├Ânnen. Selbige lie├čen es offen raus, egal aus welchen L├Âchern es flo├č (auch Frauen!).
F├╝r das n├Ąchste Mal w├╝nsche ich mir einen besseren Spielplan der Bands. Es w├Ąre sch├Ân, wenn nicht nur die letzte Band eine Stunde spielen kann sondern auch die zwei drei Bands davor. Daf├╝r k├Ânnte man die Opener und noch nicht so bekannten Gruppen auf 30 Minuten k├╝rzen oder halt einfach weniger Bands spielen lassen. Klasse statt Masse. Ansonsten blieb bei uns das Gef├╝hl zur├╝ck, da├č das Festival ruhig noch l├Ąnger h├Ątte dauern k├Ânnen. Man hat sich so an den Ablauf gew├Âhnt.

Wehrmut am 16.09.2006




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