Wir sind der Dolch im R√ľcken des Underground. Suchen | Kontakt | Impressum
Kopfbild
Startseite | Konzertberichte | Fear of the Dark Festival

.:: True :: UnTrue ::.

» Schnellauswahl «
A B C D
E F G H
I J K L
M N O P
Q R S T
U V W X
Y Z Andere
Splits Sampler

Berichterstattung
  · Konzertberichte
  · Konzertfilme
  · Gespršche
  · HŲren & Sehen
  · Streitfšlle

VŲnger
  · Kommerz   · Personal
  · Marschmusik
  · Selbstdarstellung
  · Familienalbum
  · Karriere

» Schnellsuche «

Ch√Ęteaubriand mit Pommes Rot-Wei√ü

Fear of the Dark Festival

Graveworm, Vintersorg, Dornenreich, Suidakra, Darkwell

Ort: Leipzig / Hellraiser
Datum: 24.02.2001


Zum ersten Mal im neuen Jahrtausend fand sich wieder einal eine Gelegenheit, das K√∂nnen einiger Bands live zu bestaunen. Also stieg ich (Deadleft) am Abend des 24. Februar vertrauensselig in Wehrmuts Vl√∂tsa, der wieder einmal vergessen hatte, seine Kassettenvorr√§te meinem unertr√§glichen Musikgeschmack anzupassen. Deshalb mu√üte die mittlerweile sechste Ausgabe der Sampler-Erfolgsserie 'Wehrmuts Metal-Mix' herhalten, um unsere Gespr√§che musikalisch zu untermalen. Zum Gl√ľck hatte Wehrmut im Vorfeld den Anfahrtsweg zum Hellraiser intensiv studiert, andernfalls w√§ren wir durch meine unsicheren Einw√ľrfe ('Also hier sind wir garantiert falsch') nie rechtzeitig angekommen. Selbst einen kurzen Disput √ľber die richtige Ausfahrt, der nach meines Wissens nur durch veraltetes Kartenmaterial zu Stande kam, beendete Wehrmut mit einem riskanten bzw. ge√ľbten (Zitat Wehrmut) Fahrman√∂ver.

Auf dem Parkplatz vor vor dem Hellraiser Club empfing uns zun√§chst eine eisige K√§ltefront, deren Temperatur im Nachhinein auf 13¬įC unter Null gesch√§tzt wurde. Deshalb w√§rmten wir uns zuerst an k√∂stlich-knusprigem Zwieback und spritzigem Mineralwasser. Im Hellraiser angkommen, echauffierte sich Wehrmut √ľber die - im Vergleich zum letzten Konzertbesuch in Leipzig - Umgestaltung des Inneraums. Dadurch wurde sein ganzer Propaganda-Schlachtplan zunichte gemacht. Der Billard-Tisch am Eingang stand nun ebensowenig f√ľr das Ablegen von V√∂nger-Flyern zur Verf√ľgung wie der kleine Nebenraum an einer der beiden Bars.

Graveworm
Graveworm



Angesichts der durchaus ansehnlichen S√§ngerin Alexandra von Darkwell verflog sein √Ąrger aber schnell. Die √Ėsterreicher spielten eine halbe Stunde lang seicht dahinpl√§tschernden Gothic Metal mit starken Darkwave-Anleihen. So ansehnlich Alexandra aber auch gewesen sein mag, ihr d√ľnnes Stimmchen konnte zu dieser Stunde kaum jemanden begeistern. Danach gingen wir nochmal zum Auto, um uns mit Deli-Riegeln bzw. Zwieback zu st√§rken. Auf dem Weg dahin fiel mir zum ersten Mal der reichlich sinnlos-borstige Schuhabstreicher am Eingang auf. Bevor wir uns dann wieder zur√ľck in Richtung Hellraiser bewegten, telefonierte ich noch mit Turov, um einige Insider-Gesch√§fte abzuwickeln. Wieder am Eingang angekommen, konnte ich mich angesichts des Schuhabstreichers nicht beherrschen und benutzte diesen zum wahrscheinlich ersten Mal ausgiebig.
Suidakra dagegen konnten mit ihrem stark vom Heavy Metal beeinflu√üten Black Metal schon einige Besucher mehr zum Mitwippen animieren. Wehrmut und ich standen dem allerdings eher gleichg√ľltig gegen√ľber. Zumindest hatten wir einen guten Fotoplatz eingenommen.

Dornenreich wurden dann nicht nur von uns sehns√ľchtig erwaret. Nachdem ihr drittes Album 'Her von welken N√§chsten' von beinahe allen Musikzeitschriften in den Himmel gelobt wurde, waren wir √ľbereinstimmend sehr auf das neue Material und die Live-Umsetzung gespannt. Obwohl das Trio nur eine Rhythmusgitarre, Keyboard und Schlagzeug benutzte, vermittelten die √Ėsterreicher einen guten ersten Eindruck ihres K√∂nnens. Der naturgem√§√ü etwas schmalbr√ľstige Gitarrensound und die fehlenden Violinen-Eins√§tze verhinderten zwar einen glanzvollen Auftritt, in der Summe beindruckten Dornenreich aber mit ihren wechselvollen und emotionalen Kompositionen.
Vintersorg sorgten dann im Anschlu√ü f√ľr den Stimmungsh√∂hepunkt im Hellraiser. Mit ihrer Mischung aus nordischer Leichtigkeit und unb√§ndiger Wuchte zauberten die Mannen um Frontman Vintersorg eine grandiosen Show in die Leipziger Nacht. Stellenweise stimmten zahlreiche Fans in die eing√§ngigen Refrains von z.B. 'Till Fj√§lls' oder 'Odermarkens Son' ein und machten den Auftritt damit zum absoluten Highlight des Abends. Nur ich hatte an allem wieder etwas auszusetzen, f√ľgte mich dann aber der √ľberw√§ltigenden Stimmung bzw. Wehrmuts geballter Faust.

Graveworm konnten danach nur noch schlechter werden, und, wen wundert's, sie waren es auch. Obwohl auch hier nicht wenige ihre K√∂pfe sch√ľttelten, konnten die simpel gestrickten St√ľcke √ľber die offensichtliche Unf√§higkeit der Band, originelle Musik zu schreiben, nicht hinwegt√§uschen. √úber die gesamte Spielzeit hinweg wurden die ewig gleichen Gitarrenriffs bis zum Langeweiletod wiederholt. Dazu waberten gar s√ľ√üliches Keyboardschwaden, die aber kaum Kontraste boten, sondern sich vielmehr an die eh schon miserablen Vorgaben der Saiteninstrumente hielten. Der S√§nger fiel zudem duch sein penetrantes Auffordern zum Mitklatschen und -singen auf.
Alles in allem war es ein recht durchwachsener Abend, der aber mit Dornenreich und Vintersorg zwei absolute Höhepunkte aufwies. Enttäuschend war nur, daß keine der talentierten Bands eine Zugabe spielte. Daß Graveworm am Schluß noch einige Titel spielten, war zwar vorherzusehen aber eigentlich unfair.

Deswegen warteten wir auch nicht das Ende ab und fuhren mit vereisten Scheiben in Richtung Heimat. Mit Erreichen der Autobahnauffahrt waren die Scheiben dann auch frei und auch einige Nebelbänke konnten unseren, von Primordial begleiteten, Vorwärtsdrang nicht mehr stoppen.

Deadleft am 04.06.2005




::: zur Galerie (12 Bilder) :::


.:: zurŁck :: nach oben ::.


» Lies dies! «

» Kauf mich «

» Deine Karriere «

© 1996-2019 Vönger
erstellt durch dunkelland - metalArt
Unser RSS-Feed Get Firefox