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American Psycho

Bret Easton Ellis

Herausgeber: Kiepenheuer & Witsch
Jahr: 2002
Art: Roman

American Psycho' landete nach der Erstveröffentlichung 1991 erst einmal fĂŒr einige Zeit auf dem Index, ist aber mittlerweile wieder frei erhĂ€ltlich. Hauptfigur des Romans ist der Börsenmakler Patrick Bateman, auf den ersten Blick der perfekte Schwiegermuttertraum: reich, erfolgreich, gutaussehend und intelligent. Doch im Schutz der perfekten Fassade geht Patrick einer gar nicht netten NebenbeschĂ€ftigung nach, er mordet und foltert nach allen Regeln der Kunst.

Der Grund, warum dieses Buch auf dem Index landete, dĂŒrfte wohl auch die detaillierte, exzessive Beschreibung der, gegen Ende des Romans immer hĂ€ufiger und immer brutaler, auftretenden Folterszenarien sein, allerdings wĂŒrde man dem Autor wohl Unrecht tun, wenn man 'American Psycho' auf die Gewaltdarstellungen beschrĂ€nkt. Vielmehr liefert Ellis einen erschreckend realistischen Blick auf die seelischen AbgrĂŒnde unserer modernen zivilisierten Gesellschaft. Was zĂ€hlt, ist nur das, was man zu sein scheint, so findet die AusprĂ€gung der Charaktere hier keine Bedeutung, Menschen sind austauschbar und werden hier nur durch Aussehen, Konsum von Markenartikeln und gesellschaftlicher Stellung definiert. Freundschaften und Beziehungen scheinen nicht mehr zu existieren, sondern banale Zweckgemeinschaften zu sein, die ohne jede emotionale Bindung und hintergrĂŒndig immer zum eigenen Vorteil aufrecht erhalten werden.

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Die grausamen Morde, die Patrick begeht, wirken zu Beginn des Romans eigentlich völlig sinnlos, erweisen sich schließlich jedoch als ein Kampf um Aufmerksamkeit und eine gewisse IndividualitĂ€t, so versucht er unterbewußt regelrecht, die Leute in seiner Umgebung auf seinen Wahnsinn aufmerksam zu machen, was jedoch an deren OberflĂ€chlichkeit scheitert. Selbst direkte GestĂ€ndnisse werden als Humor abgetan oder einfach ignoriert, wodurch die Fassade aufrecht erhalten werden kann. Patrick selbst geht vollkommen kaltblĂŒtig ĂŒber seine Taten hinweg und steigert sich in immer neue Extreme, wobei man teilweise fast den Eindruck hat, er sieht seine Morde als eine Art, das Naturgesetz Survival Of The Fittest durchzusetzen. So fallen ihm immer nur Menschen zum Opfer, die er aus seiner Sicht als minderwertig ihm gegenĂŒber beurteilt: Kinder, Schwule und Obdachlose werden verstĂŒmmelt oder getötet, Frauen vergewaltigt und zu Tode gefoltert.

'American Psycho' ist ein erschreckender und desillusionierender Blick auf die menschlichen Defizite unserer Gesellschaft, die meistens stillschweigend ignoriert werden.


Diana Glöckner am 27.10.2001


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